Bauhaus-Universität Weimar

Rhythmus und Arbeit. 
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licli »größer«, »kleiner« und »unentschieden«. In Zusammenhang 
mit »größer« und »kleiner« wurde das Wort »deutlich« gelegentlich 
gebraucht, z. B. »größer deutlich«, um die Ueberzeugung von bedeu¬ 
tend überwiegender Schwere des Vergleichsgewichtes über das Haupt¬ 
gewicht zu bezeichnen, »kleiner deutlich« um auszudrücken, dass die 
Schwere des Vergleichsgewichtes eine bedeutend geringere sei als die 
des Hauptgewichtes. Wurde ein geringerer Unterschied empfunden, 
so kamen die Bezeichnungen »größer« oder »kleiner« allein zur An¬ 
wendung. Das Wort »unentschieden« sollte nicht die Gleichheit der 
Gewichte bezeichnen, sondern ausdrücken, dass die Versuchsperson 
nicht zu entscheiden vermöge, welches von beiden Gewichten das 
schwerere sei. 
Bei den Berechnungen der richtigen und falschen Urtheile wurden 
die mit »unentschieden« bezeichneten halb den richtigen und halb den 
falschen Fällen zugezählt. (Fechner, El. der Psycho-Phys. I. Teil 
S. 94.) Da es unmöglich war, den Unterschied zwischen »größer« 
und »größer deutlich« und anderseits zwischen »kleiner« und »kleiner 
deutlich« in der Rechnung zu verwerthen, so wurden die mit den ersten 
beiden Prädicaten bezeichneten Urtheile alle als größer, die mit den 
letzten beiden bezeichneten alle als kleiner berechnet. 
Wie schon gesagt, verfolgte der Leiter den Zweck, den Einfluss 
des Metronomtaktes auf die Urtheile zu finden; deshalb wurde die 
Zahl der bei dem Metronom in einer bestimmten Zeit gewonnenen 
Urtheile mit der Zahl der in der gleichen Zeit ohne Metronom ge¬ 
wonnenen richtigen Urtheile verglichen. Die Versuche wurden unter 
der Annahme angefangen, dass eine gewisse Genauigkeit wenigstens 
der Bewegungen durch den Gebrauch des angewendeten äußerlichen 
Taktes gesichert wäre. Es fragte sich aber nun, ob diese Genauig¬ 
keit der Bewegung einen intellectuellen Erfolg habe und oh der Takt 
die Ermüdung corrigire und eine Verlängerung der Aufmerksamkeit 
versichere. (Fechner, El. d. Psycho-Phys. I. Teil S. 99.) 
Die erste Reihe von Versuchen wurde am 31. Oktober 1898 an¬ 
gefangen und während 18 Tage fortgesetzt. Nachdem während der 
ersten 3 Tage die Uebungen ohne Metronom stattgefunden hatten, 
wurde in den folgenden 3 Uebungstagen das Metronom angewendet. 
In dieser Weise wechselte der Gebrauch des Metronoms bis zum 
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