Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Reactionszeiten bei Durchgangsbeobachtungen
Person:
Alechsieff, Nicolaus
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4470/44/
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Nicolaus Alechsieff. 
der Hand viel schneller erreicht wurde, als die gute Auffassung des 
rothen Punktes. Ja es lässt sich sogar sagen, dass die Versuchs¬ 
person die Handbewegung zuerst vorbereitete und, nachdem das einiger¬ 
maßen geschehen, ihre Aufmerksamkeit auf den rothen Punkt ein¬ 
stellte. Diese Thatsachen stellen sich ja auch ohne weiteres den 
Resultaten zur Seite, die wir bei der Betrachtung der verlängerten 
und verkürzten Reactionszeiten gewannen. Dort ergab sich, dass die 
Vorbereitung bei der verkürzten Reactionsweise viel schneller von 
statten geht, als bei der verlängerten. Wir sehen also, dass sich bei 
der Verkleinerung des Gesichtskreises auch die Reactionszeiten ver¬ 
kleinern, obwohl die Vorbereitungszeit unter 2/3 s sinkt. Dieser Um¬ 
stand legt mir einen Vergleich der Vorbereitungszeiten bei Verände¬ 
rung der Geschwindigkeit mit denjenigen bei Veränderung des 
Gesichtsfeldes nahe. 
Bei größerer Schnelligkeit der Bewegung wird derselbe Raum 
von dem Sinneseindruck durchlaufen. Man fixirt das Fadenkreuz, 
zugleich aber ist man bemüht, den Eindruck genau ins Auge zu 
fassen. Wird die Bewegung des Sinneseindrucks schneller, so muss 
diese Auffassung nothwendig erschwert werden. Wenn der Sinnes¬ 
eindruck sich so schnell bewegt, dass alle Phasen seiner Bewegung 
nicht mehr genau aufgefasst werden können, so wird auch der Durch¬ 
gang nicht genau registrirt. Die schnelle Bewegung führt also eine 
Unsicherheit in der genauen Beobachtung des Durchganges mit sich, 
was wieder auf die Reactionszeiten von großem Einfluss ist (vgl. 
Fig. 14, Curve A). Anders bei der Verkleinerung des Gesichtskreises. 
Da in diesem Falle eine der bequemsten Geschwindigkeiten beibe¬ 
halten wird, so ist die Bewegung des Sinneseindrucks nicht so schnell, 
dass sie eine deutliche Auffassung verhinderte. Schon beim Eintritt 
des Sinneseindrucks in das Gesichtsfeld wird er von dem Beobachter 
leicht aufgefasst. Die Aufmerksamkeit richtet sich aber, wie schon 
oben erwähnt, zuerst hauptsächlich auf die motorische Vorbereitung 
der Hand. Weiß der Beobachter noch dazu, dass der Sinnesein¬ 
druck nicht von langer Dauer sein wird, so wird diese Anspannung 
der Aufmerksamkeit auf die auszuführende Bewegung unwillkürlich 
noch gesteigert. Darum kann in diesem Falle die Verkürzung der 
Reactionszeiten bei viel kleinerer Vorbereitungszeit geschehen als bei 
der Veränderung der Geschwindigkeit. Wird das Gesichtsfeld so
        

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