Bauhaus-Universität Weimar

Ueber die stroboskopischen Erscheinungen. 515 
angestellt hat, das heißt eine Beobachtung der Bewegung bei Fixation 
eines festen Punktes erwies sich bei Benützung des die bockspringenden 
Turner darstellenden Bildstreifens als unmöglich. Die ihrerseits seihst 
in einer gewissen verticalen Bewegung begriffene Gestalt des den Bock 
darstellenden Turners bot einen bestimmten Fixationspunkt nicht dar. 
Wir begnügten uns deshalb, nochmals zu constatiren, dass schon 
eine ganz kleine Lücke in der Bewegung des eine Hürde nehmenden 
'Reiters bemerkt wird, wenn man die Spitze der unbeweglich er¬ 
scheinenden Hürde fest ins Auge fasst. 
Nun fragt es sich, warum bei Fixation eines festen Punktes ein 
Phasenausfall ohne weiteres bemerkt wird, während er unbemerkt 
bleibt, wenn eine Fixation nicht stattfindet. Bevor wir jedoch an 
eine Beantwortung dieser Fragen gehen, wollen wir erst kurz die ver¬ 
schiedenen Momente auseinander halten, auf die wir dabei unser 
Augenmerk zu richten haben. Wir beobachteten hei den bisher 
mitgetheilten Versuchen eine complicirte Bewegung, die jedenfalls 
in zwei Theile zu zerlegen ist. Als primäre oder Hauptbewegung 
können wir das Fortgleiten des Gegenstandes als eines Ganzen be¬ 
zeichnen. Unter dem Namen von secundären oder Nebenbewegungen 
fassen wir alle Gestaltveränderungen zusammen, die der bewegte 
Körper während seiner Bewegung aufweist. 
Nun ist klar, dass mit jedem Ausfall von Phasen im Verlauf 
der Hauptbewegung auch die secundären Bewegungen mehr oder 
minder discontinuirlich werden und dass, wenn die letzteren uns 
discontinuirlich erscheinen, die erstere schwerlich den Eindruck voll¬ 
kommener Oontinuität erwecken wird. Aber es ist sicher, und wir 
können täglich die Beobachtung machen, dass hei einigermaßen 
größerer Geschwindigkeit einer complicirten Bewegung die Neben¬ 
bewegungen unmöglich genau verfolgt werden können. Zudem be¬ 
weist der oben aus den Versuchsergebnissen abgeleitete Satz, wonach 
die Baumgröße des Phasenausfalls, abgesehen von ihrem Einfluss auf 
die Dauer der Unterbrechung, keine Bedeutung für die Bemerkbarkeit 
der Lücke hat, dass die mit größerem Phasenausfall wachsende Dis- 
continuität der Nebenbewegungen bis zu einem gewissen Grade für 
das Bemerktwerden einer Lücke nicht in Betracht kommt. 
Auf die Frage aber, warum die Hauptbewegung trotz des Phasen¬ 
ausfalls continuirlich erscheint, könnte man drei Antworten versuchen.
        

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