Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über das Gedächtniss für räumliche Distanzen des Gesichtssinnes
Person:
Radoslawow, Zwetan H. D.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4279/9/
326 
Z. Radoslawovv-Hadji-Denkow. 
nach ihrem Dafürhalten geschehen war, ein Zeichen zu geben. 
Darauf wurde das Versuchsobject sogleich mit einem Schirm ver¬ 
deckt. Mit dem Zeichen begann die Zwischenzeit, während welcher 
die Distanz verstellt wurde. Nach Ablauf derselben (die Zwischen¬ 
zeiten wurden mit einer Secundenuhr, welche Viertelsecunden zeigte, 
gemessen) wurde vom Experimentator ein anderes Zeichen gegeben, 
und zugleich der Eindruck enthüllt, worauf der Beobachter die nun 
vorliegende Vergleichsdistanz zu beurtheilen hatte. Die Aussagen 
waren »gleich«, »größer« und »kleiner«. Vor jedem Einzelversuch 
wurde selbstredend die Normaldistanz von neuem dargeboten. Sollte 
eine Vergleichsdistanz von gleicher Größe gezeigt werden, so wurde 
sie dennoch, obwohl sie als Normaleindruck schon da war, von 
neuem eingestellt, indem der Apparat in Bewegung gesetzt wurde. 
Dies geschah, damit der Beobachter nicht durch das Fehlen der be¬ 
treffenden Handgriffe des Experimentators in seinem Urtheil beein¬ 
flusst werde. Dasselbe geschah, wenn eine Vergleichsdistanz sogleich 
nachher als Normaldistanz dienen sollte. Jede Einzelversuchsreihe 
begann mit der objectiven Gleichheit. Die Augen waren in der 
Zwischenzeit, sofern dies nicht durch andere Versuchsbedingungen 
anders erfordert wurde, geschlossen. 
Die Versuche wurden, bei diesem Verfahren, nach der Me¬ 
thode der Minimaländerungen gemacht, und zwar wurden 
Schwellenbestimmungen für die obere und für die untere Schwelle 
— d. h. bei Vergrößerung, beziehungsweise bei Verkleinerung der 
Vergleichsdistanz — vorgenommen. Das Verfahren war ein un¬ 
wissentliches, d. h. insofern, als die Versuchspersonen wohl wissen 
konnten, wann eine neue Einzelversuchsreihe begann, jedoch nicht, 
nach welcher Bichtung die Veränderung der Normaldistanz vor sich 
gehen werde: denn es wurde mit den Versuchen (Einzelversuchs¬ 
reihen) unregelmäßig zwischen der oberen und unteren Schwelle ab¬ 
gewechselt. — Die Sehweite, sowie die Schärfe des Augenmaßes und 
die nach ihr zu bemessende Größe der Minimaländerungen wurde 
bei jedem Beobachter in einigen, besonderen Versuchen vorher be¬ 
stimmt (siehe übrigens unten Abschnitt IH, a und d). Um der Ausbil¬ 
dung eines absoluten Gedächtnisses vorzubeugen, wurde zu einem jeden 
Versuchstag eine von der am vorhergegangenen verschiedene Nor¬ 
maldistanz genommen, die jedoch dann während desselben Versuchs-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.