Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über das Gedächtniss für räumliche Distanzen des Gesichtssinnes
Person:
Radoslawow, Zwetan H. D.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4279/123/
440 Z. Radoslawow-Hadji-Denkow. 
Es kann sich hier also hauptsächlich nur um den Einfluss der Zeit 
handeln, die zwischen dem einen »Merken« und dem ihm voran¬ 
gehenden liegt. Diese Zeit besteht, wie oben angeführt, aus drei 
Zeiten: der Einstellungszeit, der Eeproductionszeit und der Zwischen¬ 
zeit. Wir müssen jedoch den hier in Frage stehenden Einfluss aus¬ 
schließlich der Zwischenzeit zusprechen. 
Wir haben nämlich folgendes Verhältniss: 
(Merkzeit) 
Zwischenzeit — variabel 
Eeproductionszeit — variabel 
Einstellungszeit — constant 
(Merkzeit). 
Die Zwischenzeit nimmt bekanntlich in einem arithmetischen 
Verhältniss (von 1" bis 60") zu. Die Einstellungszeit müssen wir als 
constant betrachten, da sie mit den gleichen Manipulationen ausge¬ 
füllt wird, welche mehr oder weniger immer dieselbe Zeitdauer in 
Anspruch nehmen. Die Eeproductionszeit dagegen verändert sich in 
einem nicht so leicht in Eechnung zu bringenden Verhältniss: sie 
nimmt mit der Veränderung der Zwischenzeit einen demjenigen der 
Gedäclitnissschwelle und der Merkzeiten ähnlichen, augenscheinlich 
logarithmischen Verlauf (vergl. unter 7). Nun könnte man denken, 
dass es eigentlich die Wirkung dieses Verlaufes der Eeproductions- 
zeiten sei, welche den ihm ähnlichen der Merkzeiten bedinge. Dieses 
dürfen wir aber sicherlich nicht annehmen, denn der Umfang der 
Veränderungen der Eeproductionszeiten ist gegenüber demjenigen der 
Zwischenzeiten zu unbedeutend, als dass wir irgend welche Berech¬ 
tigung hätten, den Einfluss der letzteren außer Acht lassend den in 
Eede stehenden Verlauf der Merkzeiten mit demjenigen der Eepro¬ 
ductionszeiten in Zusammenhang zu bringen. Diese verändern sich 
nämlich von 2,64 bis 6,03 Secunden, während die Zwischenzeiten von 
1 bis 60 Secunden steigen, so dass, wenn wir die Werthe der Eepro¬ 
ductionszeiten zu denjenigen der betreffenden Zwischenzeiten addiren, 
sich die arithmetische Progression der letzteren kaum merklich ver¬ 
ändern wird. 
Wie die Zwischenzeit, so werden auch die anderen, das Vergessen 
steigernden Bedingungen eine Veränderung der Merkzeit zur Folge 
haben.
        

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