Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die “Verschmelzung“ von Empfindungen, besonders bei Klangeindrücken: III. Die Verschmelzung von Intervallen.
Person:
Buch, Ejnar
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4276/54/
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Ejnar Buch. 
W o wir die Beantwortung dieser Frage am ehesten suchen wer¬ 
den, darüber kann wohl kaum ein Zweifel bestehen. Wir wollen in 
dieser Hinsicht nur daran erinnern, was wir bereits früher hervorge¬ 
hoben haben: dass man bei zusammengesetzten Versuchen am besten 
über die Wirkungen der einzelnen Factoren ins Beine gelangt, indem 
man die Versuchshedingungen jede für sich ändert und untersucht, 
welche Veränderungen in den Resultaten jede Aenderung hervorruft. 
Diejenigen Punkte, wo wir in unseren Versuchen die wichtigsten 
Aenderungen in den Versuchshedingungen haben, sind nun: die Ver¬ 
suchspersonen, die Intervalle, die Tongeher und die Beurtheilungs- 
weisen. Auf diese Punkte muss sich unsere Untersuchung darum vor 
allen Dingen richten. 
Wir beginnen also mit den Versuchspersonen. Die Frage ist 
hier, ob man davon ausgehen kann, dass die suhjectiven Bedingungen 
bei diesen wesentlich gleich gewesen sind, so dass alle Resultate unter 
ein und demselben Gesichtspunkte betrachtet werden können, oder oh 
jede einzelne Versuchsperson neue Bedingungen einführt und darum 
für sich betrachtet werden muss. In Wirklichkeit haben wir diese 
Frage schon beantwortet, indem wir nachgewiesen haben, dass die 
Versuchsresultate hei einem Theile der Theilnehmer gerade einen so 
gleichartigen Charakter hatten, dass man sagen musste, es sei durch¬ 
aus guter Grund zu der Annahme vorhanden, dass es dieselben Fac¬ 
toren seien, die hei ihnen allen, wenn auch in verschiedenem Grade, 
hei der Hervorrufung dieser Resultate wirksam gewesen seien. Des¬ 
halb haben wir uns denn auch für berechtigt angesehen, alle diese 
Versuchspersonen — d. h. den ersten Typus — unter Fins zusammen¬ 
gefasst zu behandeln, haben aber in diesem Zusammenhänge natür¬ 
lich alle die anderen ausgeschlossen. Die Resultate dieser gehen im 
übrigen in einigen Punkten in derselben Richtung wie die jener, 
lassen aber sonst keine bestimmte Gesetzmäßigkeit erkennen, weshalb 
wir uns im Folgenden, wenn nichts anderes bemerkt wird, auch allein 
an den ersten Typus halten. 
Wir könnten jedoch noch die Frage aufwerfen: worauf beruht 
eigentlich der eigenthümliche Unterschied zwischen den beiden Typen 
von Versuchspersonen? Und hier kann denn kein Zweifel darüber 
herrschen, dass der erste Typus einen vorgeschritteneren Standpunkt 
in der Tonauffassung bezeichnet, der die gehörten Intervalle nach
        

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