Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die “Verschmelzung“ von Empfindungen, besonders bei Klangeindrücken: III. Die Verschmelzung von Intervallen.
Person:
Buch, Ejnar
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4276/13/
Ueber die »Verschmelzung» von Empfindungen, besonders bei Klangeindrücken. 195 
Es muss bemerkt werden, dass der Knabe, mit dem die vierte 
und fünfte Reihe angestellt wurden, für auffallend musikalisch erklärt 
wird, was bei keinem der beiden anderen der Fall ist. Im übrigen 
geht aus den Resultaten hervor, dass mehrere Intervalle öfter als 
aus mehr als zwei Tönen bestehend aufgefasst wurden: die höchste 
Zahl, auf welche ein einzelnes Intervall geschätzt wurde, behef sich 
sogar auf sechs. 
Eine selbständige Bedeutung können diese Versuche mit Kindern 
natürlich nicht gut haben. Dagegen können sie ein gewisses Interesse 
gewinnen, wenn man sie mit den verschiedenen anderen Versuchen 
derselben Art vergleicht. Auch sie wollen wir uns darum für spätere 
Betrachtung aufsparen. 
Hiermit schheßen wir unsere Darstellung von Stumpf’s eigenen 
Beobachtungen und Versuchen mit Anderen und wollen nun in dem 
folgenden Abschnitte die Versuche beschreiben, die wir selbst ange¬ 
stellt haben. 
b. Eigene Versuche. 
Nach dem, was wir im Vorhergehenden über Stumpf’s Versuche 
und die Auslegung, die er ihnen selbst gibt, kennen gelernt haben, 
dürfte es kaum unberechtigt sein, geltend zu machen, dass sie sich 
eigentlich nicht dazu eignen, die experimentelle Grundlage für unsere 
Auffassung der Verschmelzung von Tönen zu bilden. Die erste Auf¬ 
gabe der wissenschaftlichen Untersuchung auf diesem Gebiete muss 
deshalb sein, uns eine solche Erfahrungsgrundlage zu verschaffen. 
Natürlich ist es durchaus nicht nöthig, dazu dasselbe Verfahren wie 
Stumpf mit den Verbesserungen anzuwenden, welche erforderlich 
sind, damit uns die Versuche wirklich Nutzen bringen sollen. Sowohl 
Stumpf selbst wie Külpe haben ja schon Andeutungen über andere 
Verfahren gegeben, die möglicher Weise gebraucht werden könnten. 
Indess kommt es uns am natürlichsten vor, erst zu prüfen, wie weit 
man auf dem einmal betretenen Wege gelangen kann, ehe man einen 
neuen einschlägt. Ob er überhaupt zu etwas führen kann, das wer¬ 
den die Versuchsresultate ja am besten selbst zeigen. 
Unsere Versuche sollen also in derselben Richtung wie die 
Stumpf’s stattfinden. Aber außerdem, dass wir die Versuchsbe¬ 
dingungen so weit wie möglich zu verbessern gesucht haben, ist es
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.