Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Bedeutung der Convergenz- und Accommodationsbewegungen für die Tiefenwahrnehmung, Schluss
Person:
Arrer, Maximilian
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4260/49/
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Maximilian Arrer. 
des schwarzen Schirmes, die sich von der hell beleuchteten Milch¬ 
glasplatte scharf abhebt. 
Die doppelte Einrichtung des Apparates wurde deshalb getroffen 
um zwei verschiedene Olassen von Versuchen anzustellen. Eine erste 
bestand darin, dass nur ein Schirm im Gesichtsfelde des Beobachters 
sich befand, und dieser allmählich weiter und näher gerückt wurde, 
so dass der Beobachter mit der Accommodation ebenfalls continuir- 
lich folgen konnte. Ein anderes Mal wurden beide Schirme benutzt 
in der Weise, dass zunächst der eine, z. B. der rechte, in einer be¬ 
stimmten Entfernung dem Beobachter gezeigt wurde. Hat dann dieser 
auf ihn genau accommodirt, so wurde plötzlich dieser Schirm aus 
dem Gesichtsfelde herausgerückt und der andere von links herein¬ 
gerückt. Dies geschah natürlich sehr schnell, auch verschwand der 
eine Schirm in dem Augenblicke, wo der andere eintrat. Es unter¬ 
scheidet sich demnach die erste Versuchsserie von der zweiten darin, 
dass dort die Tiefenschätzung bei continuirlichem Wechsel der Accom¬ 
modation stattfand, hier hei abruptem Wechsel derselben. 
Die Versuche von Hillehr and hat bald nach deren Veröffent¬ 
lichung E. T. Dixon wiederholt und durch neue bereichert1). Bei 
ihrem Erscheinen war ich seihst mit der Wiederholung der Hille- 
brand’schen Versuche beschäftigt, und so konnte ich die Verbesse¬ 
rungen, die Dixon an dem oben beschriebenen Apparat anbrachte, 
nicht mehr berücksichtigen2). 
1) E. T. Dixon, »On the Relation of Accommodation and Convergence to 
our Sens of Depth«, Mind, 1895. Nr. 14. 
2) Dixon meinte, dass in der zweiten Versuchsreihe von Hillebrand das 
Hinaus- und Vorschieben der Schirme erstens eine zu lange Zwischenzeit erfor¬ 
dere als wünschenswerth sei; zweitens aber erschwere der Wechsel von Hell 
und Dunkel innerhalb desselben Versuches die Tiefenschätzung. Deshalb setzt 
Dixon beide Schirme auf dieselbe Seite des Apparates und trifft eine Vorrich¬ 
tung, die ihm gestattet, die eine Kante aus der mittleren Längsachse des Sehfelaes 
in horizontaler Richtung zurückzuschieben, wenn die andere vorgeschoben wird 
(a. a. O. S. 196). Es bleiben dann die Beleuchtungsverhältnisse dieselben, und 
die geringe Strecke, um die eine Kante vor- oder zurückgeschoben werden soll, 
erfordert auch eine geringere Zeit, als dies in den Versuchen von Hillebrand 
und mir der Fall sein konnte. — Ich kann die Vorzüge des so modificirten Ap¬ 
parates, sofern sie praktisch in Betracht kommen, nicht beurtheilen, doch gestatten 
mir meine Protocolle zu sagen, dass sich darin keine Klagen von Seiten der 
Beobachter verzeichnet finden, die sich auf die Zeitdauer der Schirmverrückuug
        

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