Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wahrnehmung von Druckänderungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten
Person:
Stratton, Georg M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4251/57/
Ueber die Wahrnehmung von Druckänderungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten. 581 
änderung als ein oft bedeutender Factor für den Unterschied zwischen 
den Schwellenwerthen bei der Abnahme und zwischen denen der 
Zunahme mitgerechnet werden. Andererseits nimmt natürlich der 
Einfluss der Nachwirkung des Normalreizes, welche bei momentanen 
Veränderungen sehr stark ist, bei den langsameren Veränderungen 
bedeutend ab. Je nach der Geschwindigkeit der Reizveränderung 
ändert sich demnach auch der relative Werth der Factoren, welche 
den erwähnten Unterschied zwischen Zu- und Abnahme verursachen. 
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Es bleibt noch übrig, etwas über den Einfluss der Verfahrungs- 
weise hinzuzufügen. Wie in den angegebenen Tabellen zu bemerken 
ist, stehen die hier über die Wirkung der Geschwindigkeit ge¬ 
wonnenen Resultate in vollem Gegensätze zu den schon besproche¬ 
nen Ergebnissen Hall’s und Motora’s. Es muss daher von be¬ 
sonderem Interesse sein, die Ursache dieses Gegensatzes wenn 
möglich festzustellen, und zu entscheiden, ob die Unterschiede in 
den Resultaten vielleicht nur aus zufälligen Verschiedenheiten, sei 
es der Apparate, sei es der Versuchspersonen, entstehen konnten, oder 
ob deren Ursache eine tieferliegende sein muss. Aus diesem Grunde 
wurden einige Versuche vermittelst meines Apparates nach der von 
Hall und Motora angegebenen Methode ausgeführt. Die dadurch 
gewonnenen Resultate sind als Durchschnittszahlen aus je 5 Be¬ 
stimmungen unter dem Buchstaben B in den folgenden Tabellen 
XII und XIII eingetragen. Um die Vergleichung zu erleichtern, 
sind auch die nach der sonst von mir benutzten Verfahrungsweise 
gewonnenen Werthe aus den vorigen Tabellen unter dem Buch¬ 
staben A hier wiederholt. Aus später zu erwähnenden Gründen war 
es nach der Reactionsmethode unmöglich, bei Herrn Dr. Kiesow 
die Abnahmeschwelle für 0,004 zix bestimmen. 
Das Schwellenverhältniss, welches wir hier bei Anwendung der 
Methode Hall’s und Motora’s erlangen, ist dasselbe, wie das, 
welches sie selbst gefunden haben. Unter sonst gleichen Bedin¬ 
gungen gelangt man also zu gerade entgegengesetzten Ergebnissen, 
je nachdem die eine oder die andere Methode angewandt wird. 
Wir können die Ursache der Verschiedenheit in den Resultaten 
daher nur in dem Unterschiede der Methoden seihst suchen.
        

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