Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wahrnehmung von Druckänderungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten
Person:
Stratton, Georg M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4251/4/
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George Malcolm Stratton. 
suchungen, welche als Reizmittel eine schwingende Stimmgabel1) 
oder ein rasch rotirendes Zahnrad2) anwenden. Abgesehen von der 
Schwierigkeit, welche unter diesen Bedingungen das Constanthalten 
und die Bestimmung der Veränderungsgröße des Reizes hat, hängt 
die Wahrnehmbarkeit der Druckänderungen nicht nur von der 
Größe dieser Veränderung ah, sondern auch von der Geschwindig¬ 
keit der Succession und der damit zusammenhängenden Verschmel¬ 
zung der Empfindungen. Die eigentliche Wirkung der Veränderungs¬ 
größe wird demnach auf diese Weise schwer erkannt werden. In 
den Versuchen von Rumpf3), der den He ring’sehen Aesthe- 
siometer benutzte, spielen die Druckänderungen ebenfalls eine 
gewisse Rolle. Eine quantitative Bestimmung der Reizänderung 
ist mittelst seiner Anordnung nicht möglich. Daher können die 
Rumpf’sehen Resultate wie auch die nach der Goltz’sehen 
Methode4) gewonnenen für unseren Zweck nicht in Betracht ge¬ 
zogen werden. 
Es finden sich zwar einige Untersuchungen, welche zu quanti¬ 
tativen Resultaten führten; dieselben sind jedoch wenig umfang¬ 
reich, auch wurden sie meistens nach einem Verfahren ausgeführt, 
welches eine Nachprüfung desselben mit Ausschluss mehr oder 
weniger wahrscheinlicher Fehlerquellen wünschenswerth macht. In 
diesen Arbeiten, deren uns hier interessirende Resultate weiter 
unten angegeben sind, findet man noch einen auffallenden Mangel 
in der Unterscheidung der Hauptfälle. Die Zu- und Abnahmefälle 
sind ohne weitere Scheidung durch einander geworfen. Nur bei 
einem Beobachter (Dohrn) findet sich die Andeutung eines Unter¬ 
schiedes dieser Fälle, doch geschieht dies in einer so unsicheren 
Weise, dass der Verfasser selbst den Unterschied in den Schwellen- 
werthen einigen Eigenthümlichkeiten seines Apparates zuschreibt. 
Außerdem werden von sämmtlichen Autoren die verschiedenen 
1) Schwaner, Die Prüfung der Hautsensibilität vermittelst Stimmgabeln 
bei Gesunden und Kranken. Marburg 1890. 
2) Haycraft, Abstract of an Essay upon the Limitations in Time of Con¬ 
scious Sensations. Brain. Vol. VII. p. 141. 
3) Rumpf, Zur Physiologie und Pathologie der Tastempfindung. Archiv 
für Psychiatrie. Bd. XV. S. 841. 
4) Goltz, Ein neues Verfahren die Schärfe des Drucksinnes der Haut zu 
prüfen. Centralblatt für die Medicinischen Wissenschaften. 1863. S. 273.
        

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