Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wahrnehmung von Druckänderungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten
Person:
Stratton, Georg M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4251/2/
526 
George Malcolm Stratton.", 
Resultat, dass der ebenmerkliche Unterschied einer Druckände¬ 
rung um so größer ist, je schneller derselbe erzeugt wird, obwohl 
ein einfacher Versuch uns überführen dürfte, dass wir bei an¬ 
nähernd momentanen Intensitätsänderungen außerordentlich em¬ 
pfindlich sind. Wenn demnach eine größere Geschwindigkeit eine 
Erhöhung der Unterschiedsschwelle bedingt, so müssten wir er¬ 
warten, dass bei einer momentanen Druckänderung die Schwelle 
auf ihr Maximum steigen würde. Thatsächlich aber lässt sich leicht 
das Gegentheil beweisen. 
Es wäre nun trotzdem möglich, dass ein Gesetz, wie es Hall 
und M o t o r a aufgestellt haben , bei den von ihnen verwandten, 
ziemlich langsamen Veränderungen Geltung hätte, obwohl bei 
schnelleren Veränderungen vielleicht ein von diesem verschiedenes 
Gesetz sich würde nachweisen lassen. In diesem Falle wäre es 
aber wünschenswerth, die Thatsachen noch genauer zu constatiren, 
sowie die beiden einander gegenüber stehenden Gebiete näher zu 
begrenzen, um für die eventuell vorhandenen beiden Gesetze zu 
einer Erklärung zu gelangen. 
An Interesse gewinnen diese Fragen durch die Resultate, welche 
unlängst über HelligkeitsVeränderungen von Stern1) mitgetheilt 
sind. Stern gelangte bei seinen Versuchen zu Resultaten, welche 
den von Hall und Motora gefundenen völlig entsprechen. Er fand 
nämlich, dass der Schwellenwerth um so kleiner ist, je langsamer 
diese Veränderungen vorgenommen wurden. Dagegen fand er für 
annähernd momentane Veränderungen einen Schwellenwerth, der 
beträchtlich kleiner war als derjenige, der mit der langsamsten Ge¬ 
schwindigkeit gewonnen wurde. Das Paradoxe in diesen Ergeb¬ 
nissen hat Stern nachträglich selbst bemerkt2). Er findet aber 
darin keinen wirklichen Widerspruch, weil der psychische Vorgang, 
wie er meint, bei momentaner Veränderung durchaus verschieden 
sei von demjenigen, bei welchem der Uebergang von der normalen 
1) Die Wahrnehmung von Helligkeitsveränderungen. Zeitschrift für Psycho¬ 
logie u. Physiologie der Sinnesorgane. Bd. VII. S. 249. 
2) Stern, Die Wahrnehmung von Helligkeitsveränderungen. Nachtrag. 
Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane. Bd. VII. S. 395.
        

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