Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wahrnehmung von Druckänderungen bei verschiedenen Geschwindigkeiten
Person:
Stratton, Georg M.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4251/16/
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George Malcolm Stratton. 
Hautfläche wird verändert. Dadurch muss sowohl die Spannung 
der umgebenden Hautpartie, als auch ihr Druck auf das unter¬ 
liegende Gewebe gleichzeitig ebenfalls eine Veränderung erfahren. 
Nicht nur die Intensität, sondern auch die Ausdehnung des Reizes 
und seine Vertheilung über die gereizte Fläche werden hierbei ver¬ 
ändert. Die dadurch entstandene Erregung muss dann ebenfalls 
eine dem entsprechende Veränderung erleiden, indem sie einem in¬ 
tensiven wie extensiven und höchst wahrscheinlich auch qualita¬ 
tiven Wechsel unterworfen wird. 
Die Veränderungen des äußeren Zustandes der Haut, welche 
durch Abnahme und Zunahme des Druckes entstehen, verhalten 
sich, obwohl in entgegengesetzten Richtungen, annähernd parallel 
zu einander. Im einen Fall erzeugt ein bestimmter Zuwachs des 
Druckes eine Vergrößerung der Depression der Haut, der Spannung 
der umgebenden Theile und der Compression der unter den Ge¬ 
wichten liegenden Gewebstheile, im anderen dagegen erzeugt eine 
Druckabnahme eine Verminderung dieser De- und Compression jener 
Hautstellen sowie eine Spannungsverminderung der sie umgebenden 
Theile. Die Größe der Bewegung ist aber bei der Abnahme weit 
bedeutender als bei der Zunahme, vorausgesetzt dass das Quantum 
und der Anfangswerth der Gewichtsveränderung in beiden Fällen 
gleich sind. Dies war vorauszusehen, da bei der Drucksteigerung 
die Gewebe selbst dem Druck von oben mehr entgegen wirken; 
ich habe diese Erscheinung jedoch auf experimentellem Wege be¬ 
stätigt gefunden. Da nun nicht die Größe der Bewegung als solche, 
sondern die in der Haut dadurch entstehenden Druckänderungen 
die maßgebenden Momente sind, so bildet dieser Bewegungsunter¬ 
schied keine Ausnahme für den angenommenen Parallelismus zwi¬ 
schen den bei der Zu- und Abnahme des Druckes stattfindenden 
äußeren Reizvorgängen. 
Wir dürfen hieraus aber noch nicht ohne weiteres schließen, 
dass die Veränderungen der Nervenerregung in beiden Fällen 
einander genau entsprechen und parallel gehen. Wir dürfen z. B. 
nicht annehmen, dass, wo eine Depressionszunahme der begrenzen¬ 
den Haut eine Zunahme in der Ausbreitung der Nervenerregung 
bewirkt, eine gleich große Abnahme der Depression eine dem ent¬ 
sprechende Verkleinerung in der Ausdehnung der Erregung hervor-
        

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