Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Lehre vom Einfluss der Gefühle auf die Vorstellungen und ihren Verlauf
Person:
Störring, Gustav W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4249/20/
494 Gustav With. Störring. 
Quantität der Lösung wurde während der Versuche im Munde 
behalten. 
Es stellten sich nicht unbeträchtliche Schwankungen der Einzel¬ 
versuche heraus, ebenso wie ein ziemlich beträchtlicher constanter 
Fehler, was darauf zurückzuführen ist, dass einmal die Bewegungs¬ 
schätzung für so kleine Strecken erschwert ist und dann keine Cor- 
rectur bei der Einübung erfolgte (der Ausfall der Vergleichsstrecken 
wurde dem Beobachter nicht mitgetheilt). Die Differenz zwischen 
dem constanten Fehler bei den Vergleichsversuchen mit Gefühlsreiz 
und dem bei Vergleichsversuchen ohne Gefühlsreiz ist aber eine so 
beträchtliche und constante, dass trotzdem das Resultat völlig ein¬ 
deutig wird. 
Wir geben zuerst zur Exemplification einige Tabellen mit Roh¬ 
zahlen und Mittelwerthen, sodann Uebersichtstabellen von constanten 
Fehlern unter den verschiedenen Versuchsbedingungen. 
Aus den gegebenen Tabellen ergibt sich, dass 
für Lust bei Flexion ein positiver constanter Fehler, 
für Unlust bei Flexion ein negativer constanter Fehler ent¬ 
steht, während derselbe 
für Unlust bei Extension wieder positiv wird. 
Die Vergleichung der einzelnen Vergleichsstrecken bei Gefühls¬ 
einwirkung mit den Mittelwerthen der Vergleichsstrecken ohne 
Gefühlsreiz ergiebt, dass erstere trotz ihrer Schwankungen diese 
Mittelwerthe nicht überschreiten. 
Nebenbei bemerken wir, dass in den Vergleichsversuchen ohne 
Gefühlseinwirkung nach Einwirkung des Gefühls sich bei voran¬ 
gegangenen starken Unlustreizen eine Contrastwirkung im Sinne 
der Lust wenigstens für die ersten Bewegungen zeigt, so Tabelle I, 
2. Versuch. Bei sehr starken Unlustreizen scheint das Unlustgefühl 
zu langdauernde Nachwirkungen zu haben. 
Wir finden also das gerade Gegentheil von dem, was Münster¬ 
berg behauptete, wenigstens bezüglich der Unlustgefühle. Unter 
Einfluss derselben wird die Flexionsbewegung zu klein und die 
Extensionsbewegung zu groß gemacht. 
Es fragt sich nun, wie wir uns das Zustandekommen dieses 
Resultats zu deuten haben.
        

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