Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Psychologie des Zeitbewusstseins, Dritte Abhandlung
Person:
Meumann, Ernst
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4243/45/
Beiträge zur Psychologie des Zeitbewusstseins. 
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oder Unterschätzungen. Ihre Wirksamkeit zeigt sich bei den In¬ 
differenzzeiten in der bedeutenden Abnahme der UE nach beiden 
Seiten hin, nach der Richtung der Vergrößerung und der Ver¬ 
kleinerung im Vergleich mit dem Normal versuch. 
Bei Hlr. ließ sich vielfach auch die mittlere Lage der schein¬ 
baren Gleichheit berechnen. Man sieht, dass der Quotient der 
Mittelzahl der Gleichheitsurtheile und der absoluten Größe der 
Zeiten (unter S Gl mitgetheilt) den Gang der Täuschungen ziem¬ 
lich genau wiedergibt, bis 1,8 inch bezeichnet er scheinbare Ver¬ 
größerung, von da ab Verkleinerung der ausgefüllten Zeit. (Allgemein 
bemerke ich, dass der Sinn dieses Quotienten immer dem des 
größeren der beiden unter r Kl und r Gr mitgetheilten Werthe ent¬ 
sprechen muss, weil in allen mitgetheilten Versuchen die schein¬ 
bare Gleichheit sich im gleichen Sinne mit den Grenzwerthen gegen 
die objective Gleichheit verschiebt.) 
Nach diesen Versuchen prüfte ich zunächst die Wirkung 
derselben Ausfüllung bei der zweiten Zeitlage (ausgefüllte 
Zeit nachfolgend [Tabelle 2]). Bei Ksw. ist die ganze Reihe seiner 
Versuche in erster Zeitlage auch in umgekehrter Zeitlage der Aus¬ 
füllung durchgeführt, bei Hlr. habe ich nur einige Vergleichsver- 
suche gemacht. Zum Verständniss der Tabelle muss man fest- 
halten, dass ich hier die erste (»leere«) Zeit verändert habe, 
während das Urtheil nach wie vor der zweiten Zeit gilt. Der 
Sinn der ersten Rubrik (aKl) ist daher jetzt dieser, dass sie den 
absoluten Betrag der Vergrößerung der ersten Zeit angibt, bei 
welchem das Urtheil kleiner über die zweite Zeit constant 
wird. Entsprechend ist der Sinn der Rubrik a Gr verändert. Daher 
müssen jetzt auch die Vorzeichen der absoluten Zahlen andere 
sein, unter aif7 steht ein Vergrößerungsbetrag, daher positives Vor¬ 
zeichen, umgekehrt bei a Gr. Die absolute Vergrößerung der ersten 
Zeit, bei der das Urtheil kleiner über die zweite Zeit constant wird, 
misst also jetzt die scheinbare Vergrößerung der zweiten reizerfüll¬ 
ten Zeit. Die Gründe, die mich hier zur Variirung der ersten Zeit 
bewogen, werde ich zum Theil später anführen. Der Hauptgrund, 
soweit es speciell die Ausfüllung mit Schalleindrücken betrifft, ist 
der, dass die Vergrößerung der erfüllten Zeit bei discontinuir- 
lichen Eindrücken nur geschehen kann, indem man entweder die
        

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