Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Wirkung des Cocain und der Gymnemasäure auf die Schleimhaut der Zunge und des Mundraums
Person:
Kiesow, Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4240/10/
Heber die Wirkung des Cocain und der Gymnemasäure etc. 
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jeden Bitterstoff. Bei zehnprocentiger Salzlösung habe ich nur eine 
schwache Tastempfindung, ebenso empfinde ich 0,4-procentige Salz¬ 
säure nur schwach brennend. Ebenso ist es mit einer zehnprocen- 
tigen Cocainlösung. Ich fasse daher diese beiden Stufen in eine 
Tabelle zusammen. 
Einmalige 
Pinselung 
mit 5% Cocain 
Einmalige 
Pinselung 
mit 10% Cocain 
Sach. alb. 
10 
10 
NaCl 
l 
1,9 
HCl 
0,1 
0,12 
Chin. suif. 
OG 
oo 
Den Versuch einer einmaligen Pinselung mit zehnprocentiger Lösung 
habe ich an meinem Freunde, Mr. Harlow Gale, nachgeprüft. Das 
von dem meinigen etwas abweichende Resultat war folgendes: 
Sach. alb. = 1,5^ 
NaCl = IX 
HCl = 0,06X 
Chin. suif. = co. 
Die Abweichung besteht in der weit größeren Empfindlichkeit 
für Süß, wie in der weniger großen für Sauer. Für Salz ist der 
Schwellenwerth nicht sehr verschieden, die Empfindung des Bittern 
ist gleichfalls getilgt. 
Mr. Gale’s normale Schwellenwerthe sind: 
für Sach. alb. 0,06^ 
» NaCl 0,18X 
» HCl 0,06^ 
» Chin. suif. 0,00026^. 
Soweit wir die Schwelle zum Maßstabe für die Wirkung des 
Cocain machen, hat demnach die Untersuchung gezeigt, dass Bitter 
und Süß auf allen Stufen am weitesten von der Schwelle entfernt 
liegen, und dass der Einfluss des Cocain auf diese Empfindungen 
am größten ist. Betreffs des Sauren und Salzigen ist auf den nie¬ 
deren Lösungsgraden die Wirkung auf Salz am geringsten, auf den 
höheren jedoch ist dieselbe auf beide Reize theils gleich, theils 
scheint der Einfluss auf Sauer zu überwiegen. Somit ist im Ganzen 
das von Shore gefundene Resultat als bestätigt anzusehen. Die
        

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