Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Methode der mittleren Fehler, experimentell begründet durch Versuche aus dem Gebiete des Raummaßes, Fortsetzung
Person:
Merkel, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4229/31/
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Julius Merkel. 
Sie können jedenfalls nicht mit zu den veralteten gerechnet wer¬ 
den; denn wenn auch die benutzten Apparate einige Mängel 
besessen haben, so ist doch in Folge derselben wahrscheinlich 
der constante Fehler in unbekannter Weise beeinflusst worden, 
während der wahrscheinliche Fehler nur etwas größer und we¬ 
niger constant in seinem Yerhältniss zum Mittelwerth ausgefallen 
sein dürfte. Neue und mit besseren Apparaten angestellte Ver¬ 
suche werden die Hauptergebnisse entweder bestätigen oder wider¬ 
legen, sie werden für die wahrscheinlichen Fehler geringere und 
weniger schwankende Werthe liefern, sie werden etwas sicheres 
über den constanten Fehler zu Tage fördern, aber sie werden eben¬ 
falls der Bestätigung von anderer Seite bedürfen, wenn die Er¬ 
gebnisse den Resultaten von Glass völlig widersprechen sollten. 
Glass hat etwa 10000 Versuche angestellt, für jeden Normalreiz 
mindestens 100, für die größte Anzahl der Reize 300. Es wurde 
nur der untere ebenunmerkliche Unterschied bestimmt. Dieser mit 
c bezeichnete Werth ist aber infolge verschiedener Ursachen zu 
klein ausgefallen. Er ist zu klein um die Zeit, welche verging, 
um von dem gewonnenen Urtheil über die Gleichheit der Reize zu 
dem Entschluss überzugehen, das Uhrwerk zu hemmen, ferner um 
die Zeit, welche erforderlich war, den Bewegungsimpuls auszulösen 
und bis zum Muskel fortzupflanzen, und schließlich noch um die 
jedenfalls sehr geringe Zeit, welche das Verrücken des Hebels er¬ 
forderte. Diese Ursachen erwähnt Glass. In dem Werthe c steckt 
aber noch ein etwa vorhandener constanter Fehler. Der letztere 
würde sich nur dann ermitteln lassen, wenn man auch den oberen 
ebenunmerklichen Unterschied bestimmen könnte. Damit aber wird 
man auf eine Versuchstechnik geführt, bei welcher die Reize sprung¬ 
weisen Aenderungen unterworfen werden müssen, und damit zugleich 
zur Methode der richtigen und falschen Fälle bez. der Gleichheits¬ 
und Ungleichheitsfälle. Ueber den allgemeinen Gang des constan¬ 
ten Fehlers geben Versuche nach der Methode der mittleren Fehler 
ebenfalls Aufschluss. 
Vermehrt man aus den oben genannten Gründen den Werth c 
überall um den hypothetischen Werth 0,05 und nimmt man eine 
Reihe von benachbarten Wer then zusammen, so erhält man für 
c 
die Verhältnisse — die Werthe: 
0
        

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