Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Untersuchungen über die Gefühlsbetonung der Farben, Helligkeiten und ihrer Combinationen
Person:
Cohn, Jonas
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4222/5/
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Jonas Cohn. 
Vergleichungen anregt. Ferner bietet diese Methode den Vortheil, 
dass schon innerhalb jeder Reihe eine gewisse, wenn auch unzu¬ 
längliche Ausgleichung zufälliger Einflüsse erreicht wird. 
Eine Errungenschaft Witmer’s musste freilich wieder aufge¬ 
geben werden: die Continuität seiner Reihen. Witmer war be¬ 
kanntlich von einem Gliede zum andern in eben noch gut unter¬ 
scheidbaren Stufen fortgeschritten. In Folge der mit Vermehrung 
der Glieder rasch wachsenden Versuchszahl wird sich dies bei der 
Methode der paarweisen Vergleichung stets nur schwer durchführen 
lassen. Bei Farben ist es technisch kaum möglich, eine einiger¬ 
maßen gleich gesättigte Reihe der unterscheidbaren Farbentöne zu 
erhalten. Bei der ganzen Natur der Aufgabe war dies aber auch 
nicht erforderlich. 
§ 2. Die graphische Darstellung der Resultate und die Be¬ 
stimmung der Farben im System der Farbenempfindungen. 
In Bezug auf die graphische Einzeichnung der Resultate ist 
zu bemerken, dass es sich, wie Külpe1) mit Recht hervorhebt, stets 
nur um eine Vergleichung der relativen Wohlgefälligkeit, niemals 
um absolute Lust- oder Unlustwerthe handeln kann. Es erscheint 
daher am günstigsten, alle Ordinaten positiv zu nehmen und als 
solche einfach die Zahlen der auf jeden Werth fallenden Vorzugs- 
urtheile zu benutzen. 
Eine besondere Schwierigkeit, welche theilweise bei dem heu¬ 
tigen Stand unserer Kenntnisse als unüberwindlich bezeichnet 
werden muss, bereitet die systematische Bestimmung der verwendeten 
Farben. Unser Farbensystem ist dreidimensional, daher pflegt man 
dasselbe, wie bekannt, unter der Form einer Kugel oder eines 
Doppelkegels darzustellen. 
Man fixirt also eine Nuance durch drei Bestimmungen, die 
man als Farbenton, Helligkeit und Sättigung zu bezeichnen pflegt. 
Den Farbenton kann man durch Vergleichung mit dem Spectrum 
gewinnen, am besten, wenn man mittelst zweier verschieblicher 
Schirme schmale Streifen des Spectrums isolirt und mit der zu 
1) Grundriss der Psychologie. 1893. S. 241.
        

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