Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Abhängigkeit zwischen Reiz und Empfindung, Vierte Abtheilung, Fortsetzung II
Person:
Merkel, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4217/15/
Dit Aihäofiigfcit îwisjlien Mi cat Empfindung. 383 
voraus, so crsohien der letzte Reiz 10 nicht stärker, sondern eher 
schwächer. Die Nachwirkung, die sich vemiuchhch physiologisch 
erklären lässt, wurde hier aufgehoben durch eine Contiasterschei- 
nung, die möglicherweise auf physiologische und psychologische 
Ursachen zurückgcfiihrt werden kann. Ich rermuthe, dass sich 
hier schon z. Th. die Beurthcilung nach Verhältnissen geltend 
macht. Im Vergleich zu den beiden starken Reizen HO und 62 
erscheint uns der Reiz 10 auffallend klein zu sein. Auf diese 
Ursache dürfte das Wachsthum der Wert he x zurückzuführen sein, 
das mit dem Wachsen der Verhältnisse der Grenzreize immer 
stärker zu Tage treten muss. Bei dem Verhältniss 3 und 5 habe ich 
einen Einfluss dieser Contrastwirkung nicht bemerkt. Es ist schwer, 
einen klaren Einblick in diese Verhältnisse zu gewinnen, weil die 
Nachwirkung und namentlich die Contrastwirkung meist innerhalb 
der Schwelle liegen, also experimentell nicht nachgewiesen werden 
können. 
Für die folgenden Erörterungen lege ich für die Nachwirkung 
den Werth (1.13 zu Grunde, der durch die Contrastwirkung nicht 
beeinflusst zu sein scheint. Auf Grund der Formeln JI'), |IT) und 
(III) bis (VI) berechne ich die Warthe i?„ für die 6 verschiedenen 
Zeitfolgen und die Grenzreize ‘10 und 80, 30 und 00, 20 und 100 
und 10 und 110. Wiewohl ich bei dem ersten Reizpaare keine 
Versuche ausgefuhrt habe, nehme ich es aus theoretischen Gründen 
hinzu. Die erhaltenen Werthe sind in folgender Tabelle zusammen- 
gcsteUt. In der ersten Verticalreihe stehen die Grenzreize, in der 
ersten Horizontalrcihe die Zeitfolgen, in der letzten Verticalreihe 
sind die Mittelwert!« der berechneten und der durch den Versuch 
gefundenen Werthe Iim enthalten. Die zweite Reihe der letzten 
drei Horizontalreihcn enthält die durch den Versuch ermittelten 
Zahlen für das Gewicht 10,82 g auf Grund der Tabellen VII, XI, 
XIV, XVI und XVIII. Die eingeklammertcn Zahlen beziehen sich 
auf die Annahme, der letzt« Reiz werde tim »/,* seines Werthe» 
überschätzt. Das arithmetische Mittel der Grenzreize ist stets 60, 
die geometrischen Mittel sind 66,57; 51,06; -14,72 und 33,17. 
Nennen wir die Annahme, der vorhergehende Reiz lasse eine 
Nachwirkung zurück, A und die Annahme, der letzte Reiz werde 
überschätzt, B, so sprechen von den IS Wcrthen der letzten drei
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.