Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentalphysiologie des Nervensystems
Person:
Eckhard, Conrad
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit42/76/
62 
beistehenden Figur, die senk¬ 
rechten Linien rechts von der 
Mitte die Grössen des Zuwach¬ 
ses für gleiche Strecken und 
die links von der Mitte errich¬ 
teten Senkrechten die Grössen 
der Abnahmen für ebenfalls 
gleiche Strecken vor, so ist die 
die Enden der Senkrechten ver¬ 
bindende Linie die Curve, nach 
welcher die Grösse des Electrotonus sich richtet *). Zu dieser Einsicht 
ist man dadurch gelangt, dass man, sobald der Nervenstrom im Multiplica- 
tor abgeleitet war, mit gleichweit von einander abstehenden Electroden 
sich immer mehr der abgeleiteten Strecke näherte oder von ihr entfernte. 
An todten Nerven und anderen feuchten Leitern wird er qar nicht 
Beobachtet. 
Man könnte versucht sein, zu glauben, dass die in Folge des electro- 
tonischen Zustandes veränderte Nadelablenkung von in den Multiplicator 
einbrechenden Stromesschleifen der erregenden Kette herrühre. Dies ist 
indess nicht der Fall. Die Physiker wissen schon seit längerer Zeit, 
dass, wenn zwei in siöh geschlossene, neben einander verlaufende Strom¬ 
kreise durch einen schlechten Leiter von geringem Querschnitt mit einan¬ 
der verbunden werden, keine Spur von Strom aus dem einen Kreis in 
den anderen übergeht. Direct kann man sich indess hier davon dadurch 
überzeugen, dass, sobald der Nerv zwischen dem einen Multiplicator- 
bausch und der vorderen Electrode durchschnitten ist und die Schnitt¬ 
enden wieder feucht zusammengefügt sind, wodurch der Nerv seine Lei¬ 
tungsfähigkeit für den Strom nicht einbüsst, keine Aenderung mehr in 
dem Stand der Nadel beim Schluss der erregenden Kette beobachtet 
wird. Gleichzeitig erfahren wir hierdurch, dass der Electrotonus in 
irgend einer nahen Beziehung zum Innervationsvorgang stehen muss, da 
die Fortpflanzung beider durch Durchschneiden gehemmt wird, doch sind 
sie selbstverständlich nicht identisch; denn wir werden später (§. 12) 
sehen, dass nur der Ein- und Austritt eines Nerven in und aus dem 
electrotonischen Zustand das die Zuckung des Muskels, also auch den 
Innervationsvorgang, bedingende Moment ist. 
**) Die Ordinaten sind von der Mitte aus auf beiden Seiten gleich gross genommen, 
obgleich eine genauere Untersuchung ergeben hat, dass eine Differenz zu Gunsten der 
positiven Phase besteht.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.