Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentalphysiologie des Nervensystems
Person:
Eckhard, Conrad
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit42/33/
des Stromes durch eine Verminderung von T vergrossern Und zwar 
dadurch, dass man in der Richtung des magnetischen Meridians einen 
Magnetstab, Hilfsmagneten, anbringt, der mit seinen Polen umgekehrt 
hegt, als der ideelle Stab, durch welchen man sich die erdmagnetische 
Kraft repräsentirt denken kann. Dann greift die Stromkraft am ge- 
sammten Magnetismus der Nadel an, während die erdmagnetische Kraft 
durch jenen Stab beliebig verringert werden kann, indem derselbe die 
Magnetnadel aus dem Meridian entfernt, wohin sie der Erdmagnetismus 
zu drehen strebt. Dieses Princip ist für die Spiegelboussole ausgebildet 
worden, d. h. ein Multiplicatorgewinde, dessen Magnetstab einen Spiegel 
trägt, in welchem sich eine Scale spiegelt und dessen Ablenkung mit 
Hilfe eines Fermohrs an dieser beobachtet wird. Andererseits kann man 
ein solches System von Magnetismus hersteilen, dass die einander ent¬ 
gegengesetzten Kräfte des Stromes und des Erdmagnetismus auf ungleiche 
Magnetismen desselben einwirken. Dann ist der Magnetismus des Systems 
augenscheinlich nicht mehr gleichgiltig für die Grösse der Ablenkung, 
und es kann durch eine passende Wahl der von der Stromkraft und 
dem Erdmagnetismus anzugreifenden Nadelmagnetismen eine Vergrösse- 
rung der Ablenkung erzielt werden. Diese Deberlegung hat zur Er¬ 
findung des astatischen Nadelpaares geführt. In der Nervenphysiologie 
ist das Multiplicatorgewinde mit letzterem vor der Spiegelboussole in 
Anwendung gekommen. Es soll daher auch zuerst vom 
Multiplicator mit astatischem Nadelpaar die Rede sein. Die Doppelnadel 
bestellt aus zwei Nadeln von nahezu gleicher magnetischer Beschaffenheit, 
durch ein möglichst leichtes Mittelstück in einem gewissen Abstand so über 
einander befestigt, dass entgegengesetzte Pole über einander zu liegen kom¬ 
men. So beschäftigt der Magnetismus der einen Nadel den der andern, und 
der Erdmagnetismus findet als Angriffspunkte nur noch den Rest des 
Magnetismus vor, welcher wegen der nie herzustellenden, absoluten, 
magnetischen Gleichheit der Nadeln sich ohne 
Beschäftigung sieht. Da die Lage der Na¬ 
deln des astatischen Systems zu den Win¬ 
dungen des Multiplicators so wie in bei- 
steliender Figur ist, so ergibt sich unter 
Zuziehung der Regel S. 16, dass auf die 
untere Nadel die untere und obere Windungs¬ 
hälfte in gleichem Sinn, überdies auf die 
obere aber noch die Differenz der Wirkungen 
beider Windungshälften in demselben Sinne 
drehend einwirkt. Es wird demnach für I 
einen Multiplicator mit astatischem Nadel- 
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