Bauhaus-Universität Weimar

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Ganglion Gasseri kommende Fasern für den sphincter pupillae zuschrei¬ 
ben, oder man kann die Zusnmmenziehuug des letzteren aus dem Um¬ 
stande herleiten, dass die von dem Sympathicus stammenden, die Pupille 
erweiternden Fasern in der Bahn des Trigeminus verlaufen, so dass diese 
bei dem angeführten Experiment durchschnitten werden und nun der 
Einfluss des Sympathicus in Wegfall komme, oder man kann sich end¬ 
lich mehre dieser Ursachen zugleich wirksam vorstellen. In früheren 
Zeiten war man der Ansicht besonders hold, dass das Phänomen durch 
den Trigeminus auf reflectorischem Wege vermittelt werde. Es scheint 
jedoch, als ob auf diesen Umstand der geringere oder besser gar kein 
Nachdruck zu legen sei; denn nicht allein hat man *) bei der Durch¬ 
schneidung des Trigeminus vor seinem Eintritt in den Gasse r’schen 
Knoten keine Bewegung der Pupille beobachtet, sondern findet auch ein 
Gleiches bei Reizungen der Bindehaut des Auges und des Supraorbital¬ 
nerven. Die letztem von negativem Erfolg begleiteten Reizversuche 
habe ich wiederholt ausgeführt. Die erstere dieser Beobachtungen be- 
weisst zugleich, dass auch der Trigeminus von Hause aus keine, die 
Pupille direct verengernde Fasern enthalten kann. Dies mag gegenüber 
einer Meinung von Budge **) erwähnt werden, welcher aus dem Um¬ 
stand, dass er bei Durchschneidung des Quintus nach vorhergegangener 
Trennung des Oculomotorius Verengerung der Pupille erzielte, schloss, 
dass der Trigeminus motorische Fasern für den sphincter pupillae führe. 
Dieser Schluss war nicht vorsichtig genug, denn dasselbe Phänomen 
kann eintreten, sowohl wenn im durchschnittenen Nervenaste die Pupille 
verengernde Fäden liegen, als auch, wenn aus fremder Quelle, dem Sym¬ 
pathicus, stammende, die Pupille erweiternde Fasern in ihm verlaufen; 
denn im Momente der Durchschneidung kann sich in Folge der Reizung 
der Fasern, welche die Pupille verengern, wenn der Effect ihrer Erre¬ 
gung den der die Pupille erweiternden Fasern übertrifft, der Kreismuskel 
der Iris zusammenziehen ; nach geschehener Trennung des Nerven kann 
die Pupille sich verengern, weil die zum Dilatator iridis gehenden 
Fasern nicht mehr von ihrem Centralorgan aus beherrscht werden. 
Nach der Erfahrung, dass im Trigeminus von Hause aus keine Fasern 
für den Sphincter iridis liegen, handelt es sich nur noch darum, zu ermit- 
*) Savelus Guttmann : De nervi trigemini dissectione apud ranam esculen- 
tam. Diss. inaug Berol. 1864. S. 28. 
*») Budge: Ueber Pupillarnerven, Froriep’s Tagesberichte 1862. Nr. 445. und: 
Ueber den Einfluss des Nervensystems auf die Bewegungen der Iris. Vierordt’s 
Archiv, 1852. Th. XI. Ergänzungsheft. S. 773.
        

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