Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentalphysiologie des Nervensystems
Person:
Eckhard, Conrad
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit42/18/
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leitende Verbindung mit der Erdoberfläche setzt oder, wie man sagt, 
ableitend berührt, so besagt der Ausdruck 
x = 2_S = o 
00 ’ 
dass für diesen Fall die electrische Dichte auf dem positiven Elemente = Null 
ist. Da aber auch für diesen Fall das Gesetz der constanten electrischen 
Differenz gewahrt werden muss, so folgt, dass alsdann die Spannung 
auf der negativen Zinkplatte = 2 S sein wird. Man drückt dies in der 
Physik gewöhnlich so aus: Wird ein Element des einfachen Electro¬ 
motors ableitend berührt, so wird dadurch an ihm die Spannung = Null, 
am anderen doppelt so gross, als wenn bei gleicher Grösse der Elemente 
keine ableitende Berührung statt gefunden hätte. 
Auch bei der Berührung zweier verschiedener Metalle beobachtet 
man, wie bereits erwähnt wurde, die Ausscheidung von Electricitäten 
von constantem Spannungsunterschied. Da aber bei ihrer Demonstration 
nachweislich mit der Hand oder sonstwie befeuchtete Flächen wirklich 
Vorkommen, oder von strengen Kritikern als, z. B. durch die feuchte 
Luft, vorkommend gedacht werden können, so kann es bis jetzt nicht 
als über jeden Zweifel bewiesen angesehen werden, dass der blosse 
Contact von zwei.verschiedenen Metallen allein electromotorisch wirksam 
sei. Stellt man aber die Versuche für verschiedene Metallcombinationen 
stets in derselben Weise an, so findet man, dass sich die Metalle, nebst 
einigen Oxyden und Schwefelmetallen, in eine gewisse Reibe ordnen 
lassen, deren Glieder die Eigenschaft haben, dass jedes folgende, mit 
all seinen Vorgängern berührt, positiv electrisch wird und dies in um 
so höherem Grade, je weiter es von einem derselben absteht. Diese 
Reibe heisst die Spannungsreihe. Volta, der Entdecker derselben, hat 
die folgende Aufeinanderfolge aufgestellt, welche von spätem Forschern 
im Wesentlichen bestätigt worden ist: 
— Braunstein, Kohle, Gold , Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, 
Blei, Zink. + 
Die Spannungsreihe gewinnt einen besonderen Werth durch den 
Umstand, dass man durch electrometrische Messungen die Thatsache 
erkannt hat, dass die durch den Contact zweier Glieder der Spannungs¬ 
reihe erzeugte Differenz der Spannung gleich ist der Summe der Span¬ 
nung sunterschiede aller Zwischenglieder, woraus unmittelbar folgt, dass 
die electrische Differenz einer Combination beliebig vieler Metalle gleich 
ist der electrischen Differenz der Endeglieder. 
Das Wasser und überhaupt alle Flüssigkeiten lassen sich nicht in 
die Spannungsreihe einfiigen. So wird z. B. Wasser in Berührung mit 
Zink positiv ; es müsste also in der obigen Reihe diesem nachfolgen und
        

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