Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Theoretische und experimentelle Begründung der Fehlermethode
Person:
Merkel, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4188/64/
Theoretische und experimentelle Begründung der Fehlermethoden. 
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richtig kleiner geschätzt werden als der constante Reiz, so würde 
man die beiden Reize einander weiter nähern, d. h. den kleineren 
vergrößern. Sollte er aber dann in einzelnen Fällen größer als der 
constante Reiz erscheinen, so würde man ihn wieder verringern. 
Man wird also im allgemeinen für die untere Grenze einen Werth 
zwischen 0 und Su erhalten. Für die obere Grenze wird der Werth 
J als Maximum gelten können. Die Werthe, aus denen die Schwelle 
bestimmt wird, werden diesen Grenzwerthen mehr oder weniger 
nahe liegen, sie können und und \J u. s. w. betragen. 
Die Schwelle wird immer dem Werthe — mehr oder weniger nahe 
kommen. 
Hat man J aus dem wahrscheinlichen Fehler F berechnet, 
welchen man hei der Beurtheilung des Unterschiedes gleicher Reize 
* ^ 
begeht, so stellt — die mittlere Schwelle S dar. Aus ihr berechnet 
sich die obere Schwelle bekanntlich mittels der Formel: 
8° = R ' 2 R — S 
mit großer Annäherung. Demnach kann der bei der Methode der 
richtigen und falschen Fälle gewonnene Werth J zur Bestimmung 
der Unterschiedsschwelle der Methode der Minimaländerungen dienen. 
Dieser Schwellenwerth würde sich aber naturgemäß auf Versuchs¬ 
gattungen beziehen, welche mit gleicher Aufmerksamkeit ausge¬ 
führt werden. 
Behandelt man die Versuche der Methode der Gleichheits- und 
Ungleichheitsfälle nach der Methode der richtigen und falschen 
Fälle, so kann man auch für diese Versuche die Unterschiedsschwelle 
bestimmen, welche die Methode der Minimaländerungen liefern 
würde. Bei meinen ausführlichen Versuchsreihen, welche sich bis 
zu der Zulage erstreckten, die bereits 100 % richtige Urtheile lieferte, 
kann man den Werth d unmittelbar aus den gewonnenen Zahlen 
mittels einer graphischen Darstellung gewinnen, bei den Versuchen 
von Higier weichen die Werthe S0 und S so wenig von einander 
ab, dass eine Umrechnung mittels der Formel II) überflüssig ist. 
& s 
(Der Unterschied zwischen und ^ beträgt für den Werth 0,045 
nur 0,0008.)
        

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