Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Relativitätsprincip in Herbert Spencer's psychologischer Entwicklungslehre
Person:
Pace, Edward A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4187/58/
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Edward Pace. 
der sich, so lange das Bewusstsein dauert, niemals überwinden 
lässt, macht alle Erkenntniss jener letztep. Realität, in welcher 
Subject und Object vereint sind, unmöglich« (I. 627). 
Ist Schelling gerade durch diese »Indifferenz« des Subjectiven 
und Objectiven verhindert, ein Weiteres außerhalb der Erkenntniss 
zu suchen, so glaubt sich Spencer durch die Unmöglichkeit, den 
Stoff anders als in Ausdrücken des Geistes, den Geist anders als 
in Ausdrücken des Stoffes zu denken, auf eine »ultimate reality« 
hingewiesen, die sowohl dem X wie dem Y zu Grunde liegen soll. 
So lautet in der That seine Entscheidung da, wo er die Anklage 
der Spiritualisten und die Yertheidigung der Materialisten zum 
Verhör kommen lässt. »Den Werth von X bestimmen wir in Ele¬ 
menten von Y; den Werth von Y bestimmen wir in Elementen von 
X; und so können wir in Ewigkeit fortfahren, ohne der Lösung 
näher zu treten« (I. 627). Somit besteht Spencer’s eigene »Lö¬ 
sung« darin, dass er X und Y als »Functionen« von Z — dem 
Unerkennbaren — betrachtet. 
An diesen ersten Unterschied zwischen dem absoluten Idealis¬ 
mus und dem umgebildeten Realismus schließt sich nun ein zweiter, 
und zwar von methodischem Charakter, an. Nach Schelling ist 
» der erste Schritt zur Philosophie und die Bedingung, ohne welche 
man auch nicht einmal in sie hineinkommen kann, die Einsicht: 
dass das absolut-ideale auch das absolut-Reale sei und dass außer 
jenem überhaupt nur sinnliche und bedingte, aber keine absolute 
und unbedingte Realität sei«. Die Identität des Subjectiven und 
Objectiven ist also für ihn der Ausgangspunkt. Demgemäß »kann 
man diese Einsicht selbst nur indirect, nicht direct beweisen, da 
sie vielmehr Grund und Princip aller Demonstration ist«; und wenn 
er denjenigen, welchem das absolut-ideale noch nicht als absolut- 
Reales aufgegangen ist, zu diesem Punkt, der Einsicht hinzutreiben 
versucht, so stützt er sich auf die Annahme, die Philosophie sei 
eine absolute Wissenschaft1). 
Anders nun Spencer. Ihm ist die Philosophie keineswegs 
eine absolute Wissenschaft, sondern sie ist »Erkenntniss von der 
höchsten Allgemeinheit«; sie bleibt, wie jede Erkenntniss, auf das 
1) a. a. O. S. 58.
        

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