Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Abhängigkeit zwischen Reiz und Empfindung, Erste Abtheilung
Person:
Merkel, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4155/9/
Die Abhängigkeit zwischen Reiz und Empfindung. 
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das Weber’sche Gesetz kaum als gültig erweisen können, denn 
man müsste alsdann eine complicirtere Voraussetzung über das Ver- 
hältniss eben merklicher Empfindungen machen, als die beiden bis 
jetzt genannten Hypothesen. In welcher Weise in diesem Falle 
die Versuche zu behandeln sind, um die Beziehung zwischen Beiz 
und Empfindungsschätzung des näheren kennen zu lernen, soll im 
Anschluss an etwaige entsprechende Versuche gezeigt werden. Falls 
die Versuche nach der Methode der mittleren Abstufungen inner- 
halb gewisser Grenzen —- wirklich ergeben sollten, so würde 
daraus zugleich die Möglichkeit von Versuchen hervorgehen, welche 
die Umkehrung der von uns an zweiter Stelle beschriebenen bilden 
würden. Denkt man sich nämlich alsdann Rx sehr klein, oder gleich 0, 
R 
so würde ~~ bestimmt werden können, wenn Ii2 gegeben ist. 
Wir dürfen übrigens keineswegs erwarten, unter Anwendung 
der drei im Vorstehenden beschriebenen Methoden durchaus über¬ 
einstimmende Besultate zu erhalten. Das ist schon deshalb unmög¬ 
lich, weil sich die Versuche nicht in der Weise anstellen lassen, 
dass die Verhältnisse der Uebung, Aufmerksamkeit etc. als völlig 
constante bezeichnet werden können. Ferner können diese Me¬ 
thoden in verschiedenem Grade störenden Nebeneinflüssen unter¬ 
worfen sein. So ist schon von vorn herein zu erwarten, dass bei 
den Lichtversuchen der Einfluss des Contrastes ein wesentlich ver¬ 
schiedener sein wrird. Wir wenden uns nunmehr zunächst zurMit- 
theilung der Versuchsergebnisse der drei Methoden bei Anwendung 
von Lichtreizen. Im Anschluss hieran wird erst ein abschließendes 
Wort über die theoretische Behandlung der vorliegenden Versuche 
möglich sein. 
I. Lichtreize. 
Ueber die Prüfung der Gültigkeit des Web er’sehen Gesetzes 
bei Lichtempfindungen liegen Untersuchungen der verschiedensten 
Forscher vor. 
Volkmann1) fand für die Unterschiedsempfindlichkeit bei ge¬ 
ll Volkmann, Physiol. Untersuchungen im Gebiete der Optik, I, S. 56.
        

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