Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neue Experimente über den Vorgang der einfachen Reaction auf Sinneseindrücke, Erster Artikel
Person:
Lange, Ludwig
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4153/6/
484 
Ludwig Lange. 
der Reactions- und der Schlaghammercontact geschlossen sein 
mussten) , so ergab sich nicht ihr wahrer Werth, der ahgelesene 
Werth war vielmehr um die »elektromagnetische Correction« falsch, 
welche also auf diese Weise jederzeit leicht gefunden werden konnte. 
Stellte man hintereinander 10 chronoskopische Messungen der Con¬ 
trolzeit an, so betrug die mittlere Variation der zehn ahgelesenen 
Werthe meist nur 0,8er, häufig 0,5er, niemals jedoch über 1,0er; hei 
dieser außerordentlich großen Präcision der Versuchsanordnung kann 
für eine hohe Genauigkeit unserer Versuchsergehnisse wohl unbe¬ 
dingte Gewähr geleistet werden. 
Bei den eigentlichen Reactionsversuchen mussten natürlich die 
Contacte o und u des Pallhammers F beide geschlossen sein, damit 
der Strom frei durch sie hindurchgehen konnte. 
Um ein exactes Zeitintervall zwischen Glockensignal und Ham¬ 
merschlag herstellen zu können, verwendeten wir ein Pendel, welches 
zu jeder Doppelschwingung gerade eine Secunde brauchte. Dieses 
Pendel schloss, wenn es in Schwingung versetzt war, selbstthätig 
jede Secunde beim Durchgang durch seine Ruhelage einen Platin- 
Quecksilbercontact. Der letztere aber war gleichzeitig in zwei 
Stromleitungen eingeschaltet, erstens in diejenige, welche den Elek¬ 
tromagneten der Signalglocke, zweitens in diejenige, welche den 
Elektromagneten des Schlaghammers enthielt. In jeder dieser Lei¬ 
tungen befand sich außerdem noch ein federnder Quecksilbercontact, 
welcher durch Niederdrücken mit dem Finger vorübergehend ge¬ 
schlossen werden konnte. Drückte man von diesen beiden Con- 
tacten den einen längere Zeit hindurch nieder, so gab das schwin¬ 
gende Pendel alle Secunden ein Glockensignal, drückte man den 
anderen nieder, so gab es alle Secunden einen Hammerschlag. Es 
erhellt nun ohne weiteres, dass man durch rechtzeitige Schließungen 
beider Contacte leicht bewirken konnte, dass zuerst ein einzelnes 
Glockensignal und genau 1, 2, 3 oder 4 und mehr Secunden später ein 
Hammerschlag eintrat. Oh es nöthig werden würde, auch gebrochene 
Secundenzahlen anzuwenden, konnte man von vornherein nicht 
wissen; trat diese Nothwendigkeit ein, so ließ sich voraussichtlich 
durch Verschiebung der beweglichen Pendellinse, d. h. durch Ver¬ 
änderung der Schwingungsdauer das meiste erreichen. Nur für Inter¬ 
valle < Is hätten wir einen besonderen Apparat heranziehen müssen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.