Bauhaus-Universität Weimar

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Hjalmar Neiglick. 
nur in ganz speciellen Fällen von wirklichen geometrischen lleizserien 
hervorgerufen werden, doch immer ein annähernd constantes Ver- 
hältniss, nicht aber eine contante absolute Differenz zweier Helligkei¬ 
ten bezeichnen. Wir haben früher (p. 92) auf die Thatsache aufmerksam 
gemacht, dass »die Intensität des gegenseitigen Contrastes einer con- 
stanten absoluten Helligkeitsdifferenz mit wachsender absoluter Licht¬ 
stärke abnimmt«. Dieser allgemein ausgedrückte Satz kann aber dem 
andern zur Seite gestellt werden, dass die absolute Unterschiedsem¬ 
pfindlichkeit mit wachsender Helligkeit abnimmt. 
Den ersteren Satz haben ■vyir sodann dahin erweitert, dass zur 
Herstellung gleichstarker gegenseitiger Contraste nicht constante 
Differenzen, sondern wenig variable Verhältnisse erforderlich sind, 
worin wiederum der Anknüpfungspunkt zu liegen scheint zwischen 
dem Contraste und der psychophysischen Thatsache, dass gleichen 
Empfindungsunterschieden nicht constante Reizdifferenzen, sondern 
(annähernd constante) Reizverhältnisse entsprechen. 
Hier begegnet uns nun aber eine beträchtliche Verschiedenheit 
der Art, in welcher die Variation der relativen Unterschiedsempfind¬ 
lichkeit bei endlichen und bei minimalen Abstufungen sich 
kundgibt. Während wir durchaus nicht eine der absoluten Licht¬ 
stärke proportional wachsende Abweichung vom Web er’schen Gesetze 
wahrgenommen haben, sondern vielmehr unsere »günstigen Unter¬ 
schiede« auf den verschiedensten Helligkeitsstufen hergestellt werden 
konnten, gehen bekanntlich die von Aubert, Helmholtz, Volk¬ 
mann u. A. gefundenen Resultate sämmtlich darauf hinaus, dass die 
relative Unterschiedsempfindlichkeit in bestimmter, obwohl noch nicht 
definirter Weise, von der einwirkenden absoluten Lichtstärke abhängt. 
Aubert, dessen Versuche über die größte Zahl von Lichtintensitäten 
sich erstrecken, behauptet fernerhin von dieser Abhängigkeit: »die 
Empfindlichkeit für Lichtunterschiede erreicht ein 
Maximum, und zwar für meine Augen bei einer Hellig¬ 
keit, welche etwas geringer ist als die des diffusen 
Tageslichtes. Von diesem Maximum nimmt die Unter¬ 
schiedsempfindlichkeit stetig ab, sowohl bei Abnahme 
als bei Zunahme der absoluten Helligkeit.*)« 
1) Physiologie der Netzhaut, p. 82.
        

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