Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Frage des Weber‘schen Gesetzes und Periodicitätsgesetzes im Gebiete des Zeitsinnes
Person:
Estel, Volkmar
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4138/7/
U eher die Frage d. Weber'sebea Gesetzes und Petiodieitütsgesetzes im Gebiete d. Zeitsinnes. 481 
geeigneter Arbeitszeiten wurden noch dadurch, vermehrt, dass das 
Versuehsloeal oft doppelt und dreifach besetzt war und wir für unsre 
Versuche absolute Ruhe in dex Umgebung brauchten, sodass gewisse 
Tagesstunden völlig ungeeignet waren. Ich hatte später allerdings die 
Absicht, die Anzahl^ der Versuche für die einzelnen Hauptzeiten t zu¬ 
nächst bei jedem einzelnen Beobachter und wenn möglich hei allen 
Beobachtern unter einander gleich zu machen. Wenn ich mich aber 
bestrebte, an einem Beobachter eine derartige Gleichheit herzustellen, 
machte ich oft die Ungleichheit des. n bei einem andern,. nach den 
ersten Versuchen ein tretenden Beobachter um so größer ; dessen Ver¬ 
suche aus diesem Grunde allein unbenutzt zu lassen, hatte ich 
keine Veranlassung. Außerdem wurde ich in meinem Bestreben, 
die n möglichst gleich zu vertheilen, dadurch verhindert, dass Herr 
Dr. Hansen Leipzig plötzlich verlassen musste und meine eigene Ver¬ 
setzung mich zwang, die ganze Versuchsreihe eher abzubrechen, als 
ich beabsichtigt hatte. Dieselben Gründe verhinderten mich auch, eine 
nachträgliche Bestätigung des Periodicitätsgesetzes für J in der Weise 
vorzunehmen, dass ich J direct für die Multipla des Indifferenzwerthes 
eines jeden Beobachters bestimmte. So sehr ich nun auch in meinem 
eigenen Interesse jenen raschen Abschluss meiner Versuche bedauern 
muss, kann ich doch infolge meiner Ansicht über das Wesen des 
Schätzungsfehlers J und seine Unabhängigkeit von v in der dadurch 
hervorgerufenen Ungleichheit der Anzahl n einen so schweren Nach¬ 
theil nicht erblicken. 
Ferner wünscht Fechner eine Angabe darüber, wie die Ver¬ 
suche bezüglich der Zeit, Dauer, Folge angeordnet waren. Es wur¬ 
den an einem Versuchstage so viele Hauptzeiten durchgenommen, 
als es die Zeit des Beobachters gestattete, mit Rücksicht darauf, dass 
jede Uebermüdung sorgfältig zu vermeiden war. Zwischen je zwei 
vollständigen Versuchsreihen wurde so viel Zeit gelassen, als ich zum 
Protocolliren der Resultate der vorhergehenden Reihe und zum Ein¬ 
stellen des Apparates für die neue bedurfte ; eine genaue Zeitangabe 
lässt sich hierfür natürlich nicht geben, schon deshalb, weil diese Zei- 
ten je nach der Zahl der Beobachter und durch etwaige Störungen im 
Gange des Kymographions verschieden waren. Die Reihenfolge, in 
welcher die Hauptzeiten t an einem \ ersuchstage auf einander folg¬ 
ten , wurde durch den ersten sich einstellenden Beobachter bedingt,
        

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