Bauhaus-Universität Weimar

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Julius Kollert. 
Vergleichszeit & — 0.400 0.423 0.447 0.476 0.500 0.536 0.500 
Urtheil gleich gl. gl. gl. größer gr. gr. 
Vergleichszeit 4t = 0.476 0.447 0.400. 
Urtheil gleich gl. gl. 
Man erhielt also, wie aus diesem Beispiel ersichtlich, aus jeder 
Versuchsreihe vier Werthe der Vergleichszeit, die sich zu je zwei zu- 
sammengruppiren, nach dem Schema : 
kleiner — wieder gleich, größer — wieder gleich, 
und die arithmetischen Mittel 
kleiner + wieder gleich ^ ^ größer -f- wieder gleich 
d. h. aus den ubermerklich und den nicht mehr merklich von t verschie¬ 
denen Werthen der Vergleichszeit, wurden mit 4t t und 4t.> bezeichnet ; 
dieselben stellen diejenigen Vergleichszeiten dar, welche ehenmerk¬ 
lich kleiner, resp. größer als die Normalzeit erscheinen. 
Es wurde übrigens in sämmtlichen hier beschriebenen Versuchen 
ô — t genommen, so dass also eigentlich in jedem einzelnen Versuche 
drei Takte Vorlagen, deren letzter so lange verändert wurde, bis er vom 
ersten merklich verschieden, resp. ihm wieder gleich erschien. 
2. Resultate der Beobachtungen. 
In der soeben besprochenen Weise wurden die Normalzeiten 
t— 0.4, 0.5, 0.7, 0.8, 1.0, 1.2, 1.5 *) Secunden untersucht. Als Rea- 
girende betheiligten sich bei diesen Versuchen außer dem Herrn Pro¬ 
fessor Wundt und mir die Herren Schmerler, Lamprecht, 
Modrach, Tischer und Herrmann. 
Die folgenden Zahlenangaben enthalten die Differenzen 4>1—t=dl 
und #2 — t = di, von denen selbstverständlich erstere negativ, letz¬ 
tere positiv ausfallen. Bildet man ferner aus 4t j und 4t2 das arithme- 
O' -4- O 
tische Mittel T — 1 2—1 2, so ist T diejenige Zeit, welcher in unserem 
Bewusstsein die Normalzeit t aequivalent ist ; wir wollen demzufolge 
T als den mittleren Schätzungswerth der Normalzeit t bezeichnen. 
1) Die Zahl 1.5 ist unsicher und jedenfalls zu klein ; außerdem liegen für diese 
Zeit viel weniger Beobachtungen vor, als für die übrigen. Diese Umstände veran- 
lassten mich, bei den Rechnungen diese Versuche auszuschließen.
        

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