Bauhaus-Universität Weimar

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Julius Kollert. 
Es besitzt also der procentische Werth von ungefähr bei 0.8 ein 
Minimum, während d2 in dieser Nähe ein Maximum zu erreichen scheint ; 
doch ist der Verlauf weniger deutlich, als bei den normale! Versuchen. 
Man erhält ferner für E{, E2 und Em 
t = 0.4 
0.5 
0.7 
0.8 
1.0 
1.2 
Ei = 8.5 
13.5 
17.1 
19.5 
10.6 
8.6 
E2 = 7.8 
8.8 
6.0 
9.8 
9.3 
8.6 
Em = 8.2 
11.1 
8.9 
13.1 
9.9 
OO 
05 
Diese Zahlen lassen keinen gesetzmäßigen Verlauf erkennen. 
3. Schlussbemerkungen. 
Die von Vierordt1) gefundenen Resultate zeigen, wie schon oben 
bemerkt wurde , dem allgemeinen Gange nach mit den insrigen eine 
völlige Uebereinstimmung. Dagegen weichen die von ihn erhaltenen 
absoluten Zahlen von den unsrigen erheblich ab und lass;n sich, weil 
sie nach anderen Methoden erhalten sind, nicht unmittelbar vergleichen. 
Eine Abweichung aber scheint bemerkenswert!!, dass nämlich bei den 
Vi er or dt’schen Versuchen der IndifFerenzpunkt erheblid höher liegt, 
als wir denselben gefunden haben. Ferner kommen bei Vierordt 
außerordentlich große individuelle Schwankungen in der Lage dieses 
Punktes vor, während nach unseren Versuchen diese Abweichungen 
nur einige hundertstel Secunden betragen. Diese I ) iffereuren dürften in 
der Anordnung der Vierordt’schen Versuche ihren Grad haben. 
Die meisten derselben sind nämlich nach der Nlethoce der mittle¬ 
ren Fehler in der Weise ausgeführt, dass zuerst eine Tastfolge ange¬ 
geben wurde, und dass dann der Beobachter die- gehöre Zeit durch 
eine nach einer Pause ausgeführte Taktbewegung wiederholte. Diese 
letztere wurde durch einen Schreibhebel registriert und ergab durch 
Vergleichung mit der Normalzeit den begangenen Schätaimgsfehler 2j. 
Bei diesem Verfahren mengen sich nun offenbar verschiedene psycho¬ 
physische und physiologische Momente ein, die bei 1er von uns 
befolgten Vergleichungsmethode hinwegfallen, wie die Villenszeit zur 
Auslösung der Registrirbewegung, die Leitung tier nicorischen Er¬ 
regung zu den Muskeln und das Anwachsen der Energie n denselben. 
Man könnte nun zwar vermuthen, dass sich diese Nebeivorgänge zu 
der ersten und zu der zweiten Taktbewegung in gLeichei Veise hinzu- 
2) Vierordt, a. a. O. S. 34f. 
1) Vierordt, Der Zeitsinn etc.
        

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