Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Apperceptionsdauer bei einfachen und zusammengesetzten Vorstellungen
Person:
Friedrich, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit4119/3/
lieber die Apperceptionsdauer bei einfachen und zusammengesetzten Vorstellungen, 41 
bis zu den Muskeln und das Anwachsen der Energie in densel¬ 
ben Für unsere Zwecke handelt es sich nur um die unter 3) ange¬ 
führte Zeit; es muss also eine Methode angegeben werden, sie aus dem 
Zusammenhänge der übrigen zu trennen. Es scheint, dass nur ein 
Weg zum gewünschten Ziele führt, welcher darin besteht, dass man 
zunLhst einen Versuch anstellt, in welchem alle fünf genannten Vor¬ 
gänge enthalten sind, sodann einen zweiten, in welchem die Apper- 
ceptionszeit ausfällt. Die Differenz der für beide Versuche erhaltenen 
Zeiten giebt offenbar die Apperceptionszeit. Dabei macht man die 
Annahme, dass die Zeiten 1), 2), 4), 5) in beiden Versuchen wenig¬ 
stens annähernd dieselben seien, was insofern berechtigt ist, als man 
bei innerer Selbstbeobachtung sich durchaus keines Unterschiedes be¬ 
wusst wird. Man könnte auch -von vornherein auf die Isolation der 
Apperceptionsdauer verzichten, wenn es sich um Vorstellungen des¬ 
selben Gebietes, z. B. Zahlenvorstellungen handelt, und die ganzen 
physiologischen Zeiten (d. h. alle fünf Vorgänge zusammengenommen) 
derselben unter einander vergleichen. Unter der Voraussetzung, dass 
für Vbrstèllungen desselben Gebietes unter sonst gleichen Bedingungen 
dfeoZeitenc 1), 2); 4), 5) an Größe dieselben bleiben, hätte man es 
dann mit Zahlen zu thun, die sich von der absoluten Appereeptions- 
dauer alle um einunddieselbe constante Größe unterscheiden. Die 
hier zu Grunde liegende Hypothese dürfte sich von der im ersten Falle 
angenommenen kaum unterscheiden. 
oo Will man die absolute Apperceptionsdauer bestimmen, so bleibt 
nur der zuerst angegebene Weg übrig. Aber schon beim ersten Schritte 
machen sich bedeutende Schwierigkeiten geltend, welche der Forde¬ 
rung entspringen, zwei Versuche so einzurichten, dass der eine sämmt- 
liche fünf Vorgänge der physiologischen Zeit, der andere nur die 
Zeiten 1), 2), 4) und 5) enthalte, und so kann es nicht Wunder neh¬ 
men, dass gerade über diesen wichtigen Punkt der Untersuchung er¬ 
hebliche Differenzen bei den einzelnen Beobachtern herrschen. Don- 
der s hat zuerst drei Versuchsmethoden angegeben, deren Unterschied 
wesentlich in der Verschiedenheit des Reactionsactes begründet ist, 
und die sich kurz in folgender Weise darstellen lassen : a) auf einen 
dem Experimentirenden vorher bekannten Beiz wird so schnell wie 
möglich in bestimmter und stets gleicher Weise reagirt (einfache Re- 
actionsmethode), b) bei mehreren in unbekannter Succession erfolgen-
        

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