Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Recht der Angestellten an den Erfindungen
Person:
Siemens, Dr. Ing. W[erner] v[on] Dr. E. Budde
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit40097/8/
s 
düngen, welche in ihrem Hause entstehen, und 
das ausschließliche Verfügungsrecht über die¬ 
selben für sich in Anspruch nehmen. Diese Mi߬ 
stimmung ist erst neueren Datums, während dir 
Praxis, gegen welche sich die Mißstimmung 
richtet, die althergebrachte ist und schon vor 
Erlaß des deutschen Patentgesetzes bestanden 
hat. Es ist aber nicht leicht nachzuweisen, inwie¬ 
weit die Mißstimmung der Angestellten Mit¬ 
ursache davon ist, daß die ganze Erage heute 
mit einer gewisssn Schärfe auf die Tagesord¬ 
nung gesetzt worden ist, oder ob nicht viel¬ 
mehr die Bewegung in überwiegendem Maße in 
anderen Kreisen, welche außerhalb des indu¬ 
striellen Lebens stehen, ihren eigentlichen Ur¬ 
sprung findet. Jedenfalls aber liegt es so, daß 
die hauptsächlichen Wortführer der Bewegung 
den akademischen Kreisen im weiteren Sinne 
des Wortes angehören, und daß diese Wort¬ 
führer einen wesentlichen Anteil an der Ent¬ 
wicklung des Verstimmungsgefühls in den Kreisen 
der Angestellten besitzen. Es liegt hierin kein 
Vorwurf gegen die dem Allgemeinwohl gewid¬ 
meten Bemühungen dieser Kreise. Objektive 
wissenschaftliche Kritik der Organisation des 
Arbeitsverhältnisses ist durchaus notwendig und 
nützlich. Sie hat erheblich dazu beigetragen, 
das soziale Denken zu fördern und mit Vor¬ 
urteilen und Rückständigkeiten mannigfacher Art 
aufzuräumen. Aber es ist auch mit dem Wesen 
der Studierstube, welche häufig abseits vom 
Strom des praktischen Lebens errichtet ist, ver¬ 
bunden, daß hier nicht gleichzeitig der Sitz der 
Verantwortlichkeit liegt, mit den empfohlenen 
Gesetzen praktisch arbeiten zu müssen, und daß 
hier nicht immer genügend erwogen wird, auf
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.