Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Recht der Angestellten an den Erfindungen
Person:
Siemens, Dr. Ing. W[erner] v[on] Dr. E. Budde
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit40097/50/
5° 
Klinke der Gesetzgebung nicht angerührt zu 
werden. 
II. Die Mehrzahl der Erfindungen bedarf, um 
reif zu werden, einer gewissen technischen Durch¬ 
arbeitung, und in den meisten Fällen ist diese 
technische Durcharbeitung schwerer zu leisten, 
als der grundlegende Erfindungsgedanke. Der 
Erfinder hat eine Idee, die fruchtbar erscheint; 
aber die Mittel zur Ausführung derselben sind 
nicht Gemeingut, sondern sie müssen erst be¬ 
schafft, nicht selten größtenteils neu erfunden 
werden. Dazu gehören wesentlich zwei Dinge, 
nämlich i. Geldmittel und 2. Erfahrung auf dem 
betreffenden Gebiete. 
IIa. Es kann nun erstens Vorkommen, daß 
der einzelne Erfinder (oder eine selbständige 
Gruppe von Personen, die sich für den Zweck 
vereinigen) selbst die Geldmittel und die Er¬ 
fahrung in dem erforderlichen Maße besitzt. Er 
arbeitet also selbst die Erfindung bis zur völligen. 
Reife durch. Ein Beispiel hierfür wäre etwa 
die Osmiumlampe von Auer von Welsbach- 
Der Erfinder wird sich klar darüber, daß für 
die Konstruktion einer ökonomischen Glühlampe 
ein Metall von außerordentlich hohem Schmelz¬ 
punkt erforderlich wäre; er untersucht Metalle, 
die ihm geeignet erscheinen, findet, daß Osmium 
vielversprechende Eigenschaften zeigt, arbeitet 
jahrelang an der Herstellung und Untersuchung 
von chemisch reinem Osmium, erfindet ein Ver¬ 
fahren, das Metall in Fadenform zu bringen, die 
Osmiumfäden in Lampen einzuschmelzen usw. 
Dem Fachmann braucht man nicht zu sagen,, 
daß ein gewaltiger Aufwand an Arbeit und 
Kosten dazu gehört, um alle diese Einzelheiten 
zu leisten. Der Aufwand wird von einem ein-
        

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