Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Recht der Angestellten an den Erfindungen
Person:
Siemens, Dr. Ing. W[erner] v[on] Dr. E. Budde
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit40097/19/
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ihre Arbeitssphäre fallenden technischen Ge¬ 
bietes, und hierdurch auch gleichzeitig dem all¬ 
gemeinen Interesse dienen. Dieser Hauptsache 
gegenüber darf nicht zu einseitig und zu aus¬ 
schließlich das Sonderinteresse der in einer 
Firma vereint tätigen Individuen betont werden. 
Eine Firma ist kein Konglomerat von Individuen, 
kein Tummelplatz für einen Kampf um die 
Beute zwischen Inhabern, Aktionären, Direk¬ 
toren, Angestellten und Arbeitern. Sie ist viel¬ 
mehr selbst Individuum von besonderer und 
organisch gewachsener Eigenart; ihre Eigenart 
ist das Produkt des Geistes, aus dem sie her- 
vorgegangen ist, und in welchem sie weiter¬ 
geführt wird. Ihre Eigenart wird mitbedingt 
durch den Inhalt ihres Aufgabengebietes und 
den Verlauf ihrer Entwicklung. In einem Lande, 
dessen Wohlfahrt und Zukunft auf der sorg¬ 
fältigsten Pflege des gewerblichen Lebens und 
des technischen Fortschrittes beruht, kommt es 
darauf an, die hauptsächlichsten Organe und 
Träger der technischen gewerblichen Arbeit 
möglichst leistungsfähig und aktionstüchtig zu 
gestalten. Es muß zu diesem Zwecke alles 
vermieden werden, was zu einer Lähmung der 
tätigen Kräfte führen kann. Von diesem Ge¬ 
sichtspunkte aus muß daher auch jeder Vor¬ 
schlag geprüft werden, welcher auf dem Wege 
der Gesetzgebung in die innere Organisation 
der Industrie eingreifen will, um eine Besserung 
der Lage der Angestellten zu erzielen. Das 
muß in der heutigen Zeit, wo jede gesetz¬ 
geberische Maßnahme in erster Linie in Bezug 
auf die soziale Wirkung, welche damit erreicht 
werden kann, erwogen wird, doppelt betont 
werden.
        

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