Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Naturwissenschaftliche Zeitalter
Person:
Siemens, Dr. [Ernst] Werner [von]
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit40096/18/
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nothwendig mit der vergrösserten Schnelligkeit und 
Leichtigkeit der Herstellung derselben abnehmen. 
Eine andere auch ganz allgemein auftretende Er¬ 
scheinung ist das Sinken der Kapitalrente. Um die 
Bedeutung dieser Thatsache zu überblicken, muss man 
vor Augen behalten, dass das Kapital — der ersparte 
Arbeitslohn, wie es die Hationalökonomen mit Recht 
nennen — der Werthmesser alles Besitzes ist: Eigenes 
oder geborgtes Kapital befähigt den Menschen, sich 
den Niessbrauch fremder Arbeit zu erwerben. Würde 
das Kapital wirklich abgeschafft, wie fanatische, irre¬ 
geleitete Menschen es anstreben, so müsste die Mensch¬ 
heit in den Zustand der Unkultur zurückfallen, da 
dann jeder auf seiner eigenen Hände Arbeit zur Be¬ 
schaffung seiner Bedürfnisse angewiesen wäre. Mit 
dem Anwachsen der Arbeitsersparnisse, des Kapitals, 
kann aber der Bedarf desselben nicht gleichen Schritt 
halten, da auch die Einrichtungen zur Herstellung der 
Arbeitserzeugnisse stets leistungsfähiger, einfacher und 
billiger werden. Es wird daher — immer abgesehen 
von Uebergangsschwankungen und gewaltsamen Störungen 
der natürlichen Entwickelung — durchschnittlich mehr 
Kapital angesammelt, als nützlich verwendet werden 
kann, oder mit anderen Worten: es findet auch eine 
» Ueberproduktionl< an Kapital statt, die in dem stetigen 
Sinken des Zinzfusses ihren Ausdruck finden muss und 
in der That schon findet. Die ersparte frühere Arbeit, 
das Kapital, wird daher gegenüber der Arbeit der
        

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