Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Naturwissenschaftliche Zeitalter
Person:
Siemens, Dr. [Ernst] Werner [von]
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit40096/15/
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steigt, als der Verbrauch, und dass die Arbeitsgelegen¬ 
heit vermindert wird, weil die bisherige Handarbeit, 
welche für die gleiche Arbeitsleistung weit grössere 
Arbeitermengen beschäftigte, im Ringen mit der Arbeit 
der Specialmaschine zum Erliegen kommt. Aehnliche 
Erscheinungen treten bei der Produktion der Ernährungs¬ 
stoffe auf. Die billigen Verkehrsmittel führen den 
alten Kulturländern in Massen die Bodenerzeugnisse 
ferner, noch wenig bewohnter Gegenden zu, deren 
jungfräulicher Boden noch keiner künstlichen Befruch¬ 
tung bedarf, in denen aber der Mangel an Arbeits¬ 
kräften die mechanischen Bearbeitungsmethoden gezeitigt 
hat. Auf diese Weise werden aber Preise herbeigeführt, 
bei denen unsere alte Bodenkultumiethode mit Hand¬ 
arbeit nicht bestehen kann. Zwar bietet die natur¬ 
wissenschaftliche Technik die Mittel dar, durch voll¬ 
ständigen Ersatz der verbrauchten Bodenstoffe und 
rationellere Bearbeitungsmethoden diese Nachtheile aus¬ 
zugleichen ; es hält aber unendlich schwer, altgewohnte, 
aber unhaltbar gewordene Verhältnisse und Methoden 
durch bessere zu ersetzen. Es mehren sich daher die 
Klagen über das allgemeine Sinken der Preise und 
über Mangel an Arbeitsgelegenheit, und es werden 
sehr bedenkliche Theorien aufgestellt, um durch Ab¬ 
sperrung der einzelnen Länder gegen die anderen und 
durch gewaltsame Beschränkung der Produktion die 
empfundenen Uebelstände zu bessern. Die Anhänger 
derartiger Theorien gehen sogar vielfach so weit, der
        

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