Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Sinnbilder aus dem Formenschatz der bildenden Künste und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung. Fortsetzung
Person:
Reuleaux, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit40091/10/
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!ylliiftrierte Teiitfctje (Oh'uatsfjcfte. 
Sic fremblonbifdjcn aftronomifdjcn 3ci(d)cn 
Ijinjujufe&eii, une ici) oben bet nuferen (Bit? 
bern tljnt, l)at feinen 3lDCCf- 't>oï)l ober 
müdjtc icf) bic Kamen, ,ymcid)ft menigfteng 
bie japanifctjcn, anfitïjren. .Ç>at bic Oïcitjc 
attcl) feinen jo ()übfd)en .£>ejantetcrfall mie 
unfer aufonifd)er (Berg, fo ift bod), berner? 
feitgmertermeifc, ein Silbcnfaïï bnrin. Ter 
erleichtert bas (Belfalten. gritljcr mnf;te jebcv 
japnuifdje Sd)ülcr bag (Berglcin fennen alg 
erftc Stufe ber Ijoljeren (Bilbmtg. ^cltt ift 
bag auê; bie japanifdjen Stubcnten, bie 511 
ung bcrübcrfoimnen. hören un§ mit ©taunen 
511, menu mir iljneu mitteilen, bnf; fie bnljcim 
einen befonberen Ticrîreig bejahen, fcfjreiben 
bag and) mof)l und) £>nufc alê 3)ferfmfirbig= 
feit. Tic japanifdje ferb 
um iUcittag. Ter .£ml)n mar nid)t ber 
(Seder, eigentümlich (!), aber er mahnte ben 
gnmilientiater, bei finfenber Sonne bie llljr 
aufjujiefjen. Seit jmeiunbeinljalb galjr()un= 
berten Ijntte man nämlich .Räbcruljren. ?(n 
biefett geigt bag f)crabfiitfonbe ©emid)t bie 
,Sporen an, unb -jmar an Stäbchen, meldje 
alle Ptcrjcljn Tage mit feinem Söerftnub Pom 
Pater fatnilias gemed)felt merbeu mujjten, 
meil fiel) injmifcfjen bie Sänge bcë Tageg 
* Stbflrtfivjt (wegen &c*3 ScvSmailcS) für usadschi, 
ber Ç>afe — ho8 tisch meid) ju fprcdjcit — ebenjo in 
bev brüten geile M’ma für Mama. 
merflid) geänbert hafte, grüner mußten 
mahrfcheinlid) ftellbare SBafferuljren ben 
fdjmierigen Tienft perfehen. Tic SSerjmicft= 
fjeit biefer ^eHnteffung tagt mich glauben, 
bof; einfteng bie Japaner aug einer tro? 
pifdjen ©egenb langfam Ijcvnufgezogcn fenb ; 
unter ben Tropen mar nämlich megeu ber 
ungefähren ©IeicI)I)cit Pon Tag unb 9facl)t 
bie Saclje ganz leiefjt. 
(Segen ber .jporenbeneuuungen muffte män? 
niglid) unb meibiglid) bic jtnölf ßeidjen feit? 
neu. Sie mürben begljalb and) ungeniein 
häufig jur Scljmücfung Pon Tfjon? unb 
(ßoQcllangefäfjeit gebraucht, halb einfacher, 
halb reicher in garben unb SBergolbuug. 
?iber nod) mehr; bie 3cid)en bienten and) 
Zur (Bezeichnung ber ^aljre unb |lnar in 
einem fed)gigjäf;rigen ga^regfreig. fünfmal 
nadjeinanber mürben ne, uschi, tora u. f. m. 
Zur (Benennung beg Sofjrcg, olfo zur ?,eit= 
rechnung gebraucht, aber jebeg Pon ben fünf 
fötalen in (Berbinbung mit einem anbcrcit 
ber fünf ©demente. 
giinf ©(entente?! mirb ber geehrte Scfer 
fragen; und) ben alten Slnfdjauungen, bic 
mir in gefd)mücftcr Sprache 6eibcI)oltcn 
haben, giebt cg bereit bod) nur Pier!— 3» 
ber That aber hoben ©biuefen unb Japaner 
(fomeit fiel) biefe nicht mit ber europäifd)m 
ftultur umgürtet haben) bereu fünf, mimlkl): 
©rbc, (Saper, Teuer---OJÎetall unb £>oI,v 
Olitbcrc* haben bie Orbmtng fo gefunben: 
£w(Z, Teuer, Grbe, (Oîctaïï unb (Staffer. 
Tie Drbnuuggftage ift nicht uumidjtig, 
beim man fchreibt bic ©IcmentamfRnmeu an 
bic fünf Spillen ober Jadeit beg „(fjcitta? 
gramntg" ober „Trubenfnf;eg", giebt fie nlfo 
in Siunbilbform micbcr. 
.Slier muf; id) ben äufjerften Often auf 
einen 91ugenblicf Perlaffen, um auf bie giinf? 
fjeit ber ©demente einzugehen. (Sie eg tarn, 
bafe bie ©riechen blojj Pier ©demente tonn? 
ten ober bod) nannten, muf; bafjingeftellt 
bleiben, öa nng nur fpärdidje fRad)rid)tcu 
barüber zugeïommen finb; mir miffeit aber, 
bah bic pt)t()agoräijd)e Schule fdjon Porljer 
anher getter, Staffer, Sufi unb ©rbe nod) 
ein fünftel ©dement, nämlid) ben dltljer au? 
* Sind) (prof. Kr. Stein in j. „3>a)>cm und) 9îcifcit 
unb Slubicu", ßcipjifl 1881.
        

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