Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Sinnbilder aus dem Formenschatz der bildenden Künste und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung
Person:
Reuleaux, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39928/1/
Über 
J>imtßif5er aus bent 3^onuenfd)a^ 5er ßil'beubeu fünfte 
uttb xtjre fulturgefd)icf)tlicf)e Sebeutung. 
Don 
cSranj Keuteauj:. 
ie ©auïunft, bie 90talerei nnb bic 33ilb= 
tterei, alfo zufammengefajjt: bie bil= 
benben fünfte, Wirten auf nufere «Seele burd) 
formen unb garben. ®aS uuenbltc()e @e= 
biet iljrer SluSbrudSarteit gewährt be§f)aï6 
eine uuerfdjöpflidje SDtauuigfaltigteit, bie fit!) 
und) allen Seiten in§ Unbegrenzte berliert. 
innerhalb berjclben (jnben aber bie Kiinfte 
bon altéré ()cr einen abgefcI)toffeneu Söezirf 
iljixr ©djöpfnngen zu einer befonberen Slrt 
bon ©pradje auSgcbilbet, bie ficfj and) an 
beit Überlegenheit äkrftanb luenbet; baS ift 
bie Sprache ber Sinnbüber ober ©pinhole. 
®iefe reben 511 unS burd) eine eigentümliche 
S3itberfcl)rift, zwar nictjt eine folcl)e für 2$ür= 
ter ober gar Saute, bie 511 SBörtem jufam^ 
mentreten, trie in beit Hieroglyphen unb 
bereit Slbfümntlingen, ben 33udjftaben, fom= 
bern eine ftnmnte, wortlofe ©prad)e, Welche 
trotjbcm SSorftellungen unb ganze 33orftel= 
luugSreiljen wieberzugeben nnb in ben 5(it= 
fdjauungen luadjzurufen beftimmt ift. ©e= 
wiffe ©ebräudje biefer Sinnbilbfprad)e finb 
im öorberafiatifdjen Sulturtreife jdjon bor 
Saljrtoufenben meljr ober weniger feft gc= 
worben; ber nod) weiter öftlid) gelegene 
KreiS ()at anbere fefte gönnen in fief) gebi(= 
bet, wieber anbere ber amerifanifdje. 3u= 
nädjft möchte id) bon ben Sinnbilbent auS 
beut erfteren ©ebictc nnb fpäter bann bon 
©étaitfen muffen beit 3u$att eiiteS äunftwerfeS 
bilden; ofyne fie fonimt teinê ju ftanbe. 
j. Jpermann ©viniitt. 
foldjeit au§ bent zweiten einiges fjier fjefpre- 
d)en, ba in ben fünften bie Sinubilben 
fprad)e feljr Diel gebraud)t wirb, greilicl) 
mit llnter)d)icb. Senn in nnferer $eit beS 
feltfam tjnftigen unb unraftigen ®rängeitS 
und) immer „Steuern" ift ftellenWeiS eine 
auffaUenbe Unfid)cr()eit in ber SJerwenbung 
ber ©innbilber eingetreten, gn ben uuS 
anS ber SSergaugenljeit überlieferten, unS 
gleidjfam angeborenen Sorftellungen, bie mit 
beit Sinnbilbent berßunben finb, will eine 
Sßnnblung leife beginnen, welche bie alten 
3ufanitnenl)nnge löfen 1111b bielleicht ganz ab= 
Znwerfcn berfudjen möd)te, WaS überaus 
fd)äb(id) fein würbe; auf ber gagb nad) 
beut ©lücf, baS man int „Steuen" z*i finben 
hofft, fömtte Unerfe^lid)e§ niebergeritteu 
Werben. 
$ieje gagb nad) bent Steueu finbet heute 
auf bent ganzen weiten Sunftgcbiet feitenS 
beS jungen ©efd)led)teS ftatt wie auf ein 
auSgegebeneS SofuugSwort. zpier ()abe id) 
bor allem nur ben begrenzten Kreis ber 
gewerblichen Siinfte, ba§ Suuftgewerbe im 
Sluge. Sie l)ül)eren Kunftgattungen hatten 
in ben lebten brei gaf)rl)unbcrteu bie Sinn* 
bilbjpracf)e auSgebe()iit, inbeffett and) auS- 
einaitbergetrieben in bie gönn ber 3lUe= 
gorie, Womit aber bie ©iuubi(ber= Sprache 
ihre Kraft eitibüfjte bis 511 uitberftäublidjen,
        

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