Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Abriss der Festigkeitslehre für den Maschinenbau
Person:
Reuleaux, F[ranz]
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39852/24/
10 Festigkeit der Baustoffe 
Dehnungen; PS wird eine krumme Linie. Dieser ganze Verlauf 
NFS entspricht dem theoretischen aus Fig. 3 von n an bis unge¬ 
fähr zum dortigen Punkte b. 
Bei noch weiter getriebener Belastung tritt aber nicht, wie 
dort, ganz bald der Bruch ein, sondern es entsteht bleibende 
Dehnung oder sogenannte „Streckung“, welche sodann, und zwar 
ganz bedeutend langsamer, als die Formänderung zwischen N und 
P, ebenfalls wesentlich proportional der Belastung wächst bis zu 
einer Größe Pb der Zugkraft. Der Verlauf SP 
wird soviel wie geradlinig, die Stabquerschnitte 
vermindern sich entsprechend den Streckungen. 
Bei einer gewissen Überschreitung von P aber 
bekommt der Stab an irgend einer Stelle der 
Kehle eine Einschnürung, vgl. Fig. 9, und zer¬ 
reißt danach an dieser selben, auch stark ge¬ 
längten Stelle um z herum, wobei die Bruch¬ 
belastung Zz wenig verschieden von Pb, manch¬ 
mal kleiner ist, als diese. Das entspricht aber 
der Stelle rechts von b in Fig. 3. Eingeschaltet 
in deren Linienzug ist die Streckung; diese 
konnte Fouriers Theorie nicht vorsehen. 
Man hat die Stellen p, s und b mit Namen 
Einschnürung der belegt, aber nicht überall mit denselben. Die 
Stabkehle Stelle p oder P hieß früher allgemein die 
„Elastizitätsgrenze“. Dies wird auch hier bei¬ 
behalten werden*). Manche nennen sie jetzt**) die „Propor¬ 
tionalitätsgrenze“ und, wegen der großen Schwerfälligkeit des 
Wortes, abgekürzt die „P-Grenze“, was sprachlich nicht glück¬ 
lich genannt werden kann, auch einen deutlich gemachten Begriff 
nicht in das W ort legt. Ich habe schon früh für den Wert bei 
Pp den Namen „Tragmodul“ vorgeschlagen, welchem Vorschlag 
Andere***) beigetreten sind, und bezeichne diesen Modul mit T. 
Es ist nach meiner Ansicht empfehlenswert, mit den 
Ausländern die Bezeichnung „Elastizitätsgrenze“ für die 
Stelle Pp beizubehalten, aus dem wichtigen Grunde, daß 
*) Man vergleiche die entschiedene Zustimmung hierzu in Engineering 
Mechanics, Neuyork 1897, März, S. 42, sowie den englischen und amerika¬ 
nischen Gebrauch überhaupt. 
**) Mit v. Bach und Martens. 
***) Auch Grashof, sieh dessen Festigkeitslehre, S. 12.
        

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