Bauhaus-Universität Weimar

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Festigkeit der Baustoffe 
liste wird, wenn sich die Aussicht verwirklicht, weil T in der 
zweiten Potenz im Nenner vorkommt, zum Vorteil des Bauwesens 
nach unten vervollständigt werden können. 
Die Inhaltsformel kann noch auf eine andere Form gebracht 
werden, die geeignet ist, den Überblick zu erleichtern. Auf 
S. 110 wurde mit Rücksicht auf §. 7 die Gleichung gebildet: 
r/a mv2— V2 Pf. Sie weist links einen Ausdruck für die „lebendige 
Kraft“ des angreifenden Körpers auf; dem gegenüber kann 
man wohl den Ausdruck zur Rechten die „lebendige Festigkeit“ 
des angegriffenen Körpers nennen, wobei wir von den Massen¬ 
wirkungen absehen. Bezeichnen wir die erstere Größe mit 
die andere mit Lf, so stellt sich die Bedingung für die Haltbar¬ 
keit des wesentlich mit Stoßwirkung angegriffenen Körpers so 
dar, daß dafür: 
Lf P' L,, 
sein, d. i.: die lebendige Festigkeit des angegriffenen Körpers gleich 
oder größer sein muß, als die lebendige Kraft des .angreifenden. 
Genügt die lebendige Festigkeit dieser Bedingung nicht, so wird 
der angegriffene Teil zerstört oder doch bleibend verformt. 
Den höchsten Wert erreicht Lf gemäß der Formel V = 
CFf [ß'! :E) wenn 
Lf = 
Ff 
v_ r£l 
■2C E 
(33) 
Man hat bei älteren Untersuchungen den Wert (S2:ii) gelegent¬ 
lich den „Arbeitsmodul“ genannt; viel gebraucht hat man diesen 
seinen gewiß richtig gebildeten Namen nicht. Hier sehen wir, 
daß wir seinen Höchstwert (T2:E) den „Modulus der lebendigen 
Festigkeit“ nennen können. Die Werte dieses Moduls sind die 
Umkehrungen der Spannungsquotienten auf S. 111. 
Es kann noch gefragt werden, wie es mit den Druck- und 
Zugelementen, den „Fluden“ und „Tracken“, in Beziehung auf 
ihre Rauminnahme, wenn sie als Kraftträger dienen sollen, aus¬ 
sieht. Für Wasser hat man nach §. 36 den Wert E = 200; 
Pressungen von 1000 at überträgt Wasser leicht. Damit ergibt 
sich der Quotient E : S2 zu 200: 102 = 2; der Wasserstrang ist 
also als Stoßkraftträger dem Stahl ähnlich zu verwenden. Für neue 
Hanfseile ist nach §. 37 etwa zu setzen E — 250 und Tz — 5; 
damit ergibt sich der Spannungsquotient E:T* = 250:25 = 10. 
Das Seil ist also mindestens fünfmal so raumbedürftig bei Kraft¬ 
übertragung. als das Wasser.
        

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