Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die mechanischen Naturkräfte und deren Verwendung
Person:
Reuleaux, F[ranz]
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39834/17/
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durch deren Hubhöhe. Ich führe nur den östergötischen Kanal an, 
der von der Ostsee aus mit 37 Kammerschleusen die Schiffe 88,2 Meter 
hinauf in den Wettersee befördert, alles durch die auf das Betriebs¬ 
wasser wirkende Schwere. In Deutschland ist das Kanalnetz noch 
lange nicht so w’eit ausgebaut, als erwünscht wäre; ja es zeigt sich 
bei den gesetzgebenden Körperschaften ein merkwürdiger Widerstand 
gegen die Kanalbauten, hoffentlich nicht für lange. 
Blicken wir hier noch einmal untersuchend zurück auf unsere 
Wasserkraftmaschinen, so müssen wir bemerken, dafs der kraftab- 
gebende Regen doch keineswegs so gleichmäßig herabgeht, wie es 
für den Maschinenbetrieb erforderlich wäre, dafs oft lange Wochen 
Fig. 6 Wasserwirtschaft im Oberharz 
hindurch Trockenheit herrscht, obwohl im Durchschnitt genug Wasser 
für den Radbetrieb fällt. Das hat dazu geführt, Sammelbecken, Teiche, 
Weiher anzulegen, so grofs, dafs sie den zeitweiligen Überschufs auf¬ 
nehmen, bergen können, den sie dann in Zeiten des Mangels her¬ 
geben. Diese Behälter, die ja selbst bei kleinen Radbetrieben viel 
Vorkommen, sind, ganz wie die wasserbewahrenden Strecken der 
Schiffahrtskanäle „Haltungen“, die es bei gröfserer Ausdehnung auch 
ermöglichen, die ganz unstetigen Jahreszufuhren an Regen und Schnee 
in stetigem mechanischen Betrieb zu verwerten. Tausende und aber 
Tausende solcher künstlicher Haltungen sind über die Kulturländer 
verbreitet. Ein ausgezeichnetes Beispiel bietet die mechanische 
Wasserwirtschaft des Harzgebirges, von der Fig. 6 einen Teil, den um 
Clausthal belegenen, darstellt. Der ganze Gebirgsstock wurde von der
        

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