Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Erklärung der Orgel-Register mit Vorschlägen zu wirksamen Register-Mischungen
Person:
Locher, Carl
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39815/44/
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Labialwerk. 
gegebene physikalische Definition zu veranschaulichen, 
wonach sie einen um eine Octave tiefem Ton gibt, als 
die gleich lange, aber offene Pfeife Fig. 4. Die Buch¬ 
staben R R bezeichnen (wie oben) die Röhre, welche die 
tönende Luftmasse einschliesst, a-b ist der oben be¬ 
schriebene ITsprungsort des Tones und F F der Pfeifenfuss 
(Kopf), der in dem Pfeifenstock steht und bis zu dem 
Kernspalte (siehe oben) reicht. 
Eine Definition für die Ton-Erzeugung in den Labial¬ 
pfeifen findet man auch in Richters Katechismus für 
Orgel, Seite 24, und in der Theorie der tönenden Luft¬ 
säule von Sonreck. 
Run noch ein Wort über die heikle Stimmung dieser 
Pfeifengattung. Obgleich ich mit Anding (S. 89 seines 
vortrefflichen Werkes) durchaus einverstanden bin, dass 
das Stimmen der Labialwcrkc eigentlich Sache des Orgel¬ 
bauers bleiben soll, so möchte ich doch hier auf die 
neue Stimmvorrichtung mit Stimmschlitzen, resp. Stimm¬ 
rollen (Zinn) und Stimmschieber (Holz), aufmerksam 
machen. Man baut nämlich den Pfeifenkörper um die 
Grösse eines halben Tones länger, als es die eigentliche 
Tonhöhe erfordert, und schneidet dann unterhalb der 
Pfeifenmündung in die Pfeife eine mit der Mensur in 
•• 
richtigem Verhältnis stehende, länglich viereckige Öff¬ 
nung, und zwar so, dass die untere Hälfte unter der 
wirklichen Tonhöhe der Pfeife anfängt, während die 
obere darüber hinausgeht. Bei den Zinnpfeifen hängt 
der ausgeschnittene Zinnstreifen am untern Ende noch 
mit dem Pfeifenkörper zusammen und ist spiralförmig 
aufgerollt (vergl. Prof. Kotlies vortreffliche Orgclbaulehre, 
der ich auch mehrere gelungene Illustrationen verdanke), 
« 
Durch Abrollen des Streifens, resp. Verkürzung des 
wirksamen Teils des Pfeifenkörpers, wird der Ton höher,
        

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