Bauhaus-Universität Weimar

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Kurt Koffka. 
gruppen bestehende Zehngruppe machte ihr nicht den Eindruck, 
als ob sie in den Lichtern läge, während sie für das Bewufstsein 
noch deutlich markiert war. 
Eine ganz eigentümliche Struktur hatten die höheren Gruppen 
bei Herrn Dr. R. Acht- und Sechsgruppen zerfielen in Teile zu 
4 resp. 3, von denen der erste Teil gleichmäfsig stärker betont 
war als der zweite. Zwölfgruppen zerfallen in 4 Dreigruppen 
innerhalb derer die Betonung gleich war, die aber vom Anfang 
bis zum Ende schwächer wurden. Vielleicht ist dies eine besonders 
grofse Vereinfachung, indem nun eigentlich ein blofser Zwei- resp. 
Viertakt zwischen betonten und unbetonten Gliedern da ist. 
Die Erscheinung steht übrigens in engstem Zusammenhänge mit 
seiner Repräsentation, auf die wir im nächsten Paragraphen zu 
sprechen kommen, doch kommen hier wohl auch bestimmte Ge¬ 
wohnheiten, die sich Versuchsperson beim Musikunterricht ange¬ 
eignet hatte, ins Spiel. 
§ 5. Repräsentation und Ausdruck bei willkürlich rhythmi¬ 
sierten Reihen. 
Wir handeln in einem besonderen Paragraphen über diesen 
Punkt, ohne ihn im nächsten mit den übrigen noch in Betracht 
kommenden Faktoren zusammenzufassen, da hierüber ein gröfseres 
Material vorliegt und wir auch im dritten Abschnitt ganz be¬ 
sonders ausführlich auf diesen Punkt eingehen müssen. 
Wie zu erwarten, trat auch hier am häufigsten Zählen ein, 
bei Herrn He., Mk. S., Fräulein K. und Herrn L. durchweg, 
bei Herrn M. mit Ausnahme eitler Zweigruppe, die er mit 
Summen begleitete, bei Dr. R. in einigen weiter unten zu be¬ 
sprechenden Fällen. Zählen liegt ja bei dieser Art von Versuchen 
ganz besonders nahe, da ja die Instruktion dahin geht, eine 
zahlenmäfsig bestimmte Gruppe zu bilden. Es kommen aber 
auch andere Arten der Repräsentation vor. Fräulein G. hatte 
wieder, wie schon erwähnt, durchgehend Tonvorstellungen, wenn 
sie überhaupt das Rhythmuserlebnis hatte. Bei den längeren 
Gruppen bildeten diese ganze Melodien, eine Achtgruppe hatte z. B. 
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folgende Struktur: g b a c g a g fis., eine Neungruppe: g a 
t t > 
h a h c h a g. Kam kein Rhythmus zustande, so blieben auch 
die begleitenden Ton vor Stellungen aus.
        

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