Bauhaus-Universität Weimar

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Ziele und Wege der Schallanalyse. 
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Mai ist gekommen) dem steigend-bogentonigen, Fig. 58 (wie Drunten 
im Unterland) dem fallend - k r ei s tonigen, endlich Fig. 60 (wie im 
Gaudeamus) dem fallend-schleiftonigen 3/4-Takt usw. Jede von der 
Musik anerkannte numerische Taktart zerlegt sich also, wenn man 
alle die Komplexfaktoren mit einrechnet, die für Füllung und Vor¬ 
trag des Taktes in Frage kommen, zunächst einmal in 16 Unter¬ 
arten, insofern jeder gefüllte Takt entweder 
1. normal- oder umlegstimmig; 
2. steig- oder falltonig1; 
3. grad, bogend, kreisend oder schleifend 
sein kann. 
Dies ergibt für die gangbarsten Taktarten das auf der Tafel 
unter Fig. 19—60 zusammengestellte Formenbild. Alle diese Formen 
nebst ihren Varianten gelten sowohl für die Musik (also speziell 
den Gesang) wie auch für den Sprechvers: wir können also 
weiterhin auch wieder zu Sprechbeispielen greifen. 
Befremden möchte in der gegebenen Tabelle vielleicht der Um¬ 
stand, daß die Kurvenformen für alle grad tonigen Taktarten der 
Form nach gleich, oder doch nahezu gleich1 2 sind und auch die 
Formen für bogenden 2j4-, 3/8" und 6/s-Takt Zusammengehen. 
Es besteht aber in Wirklichkeit doch ein wichtiger Unterschied, nur 
nicht in der Kurvenform selbst, sondern in der Ausführung 
der Kurve. Für den 4/4-Takt ist der Taktstock bei der Einstellung 
für N mit «Endobergrif f» zu fassen (also etwa so, wie man den 
Stil eines Hammers greift, mit dem man schlagen oder klopfen will), 
ebenso für 2j4- (2/2 usw.) Takt, nur so, daß man dabei die Spitze des 
Zeigefingers auf den Taktstock selbst legt; für 3/s- und 6/s-Takt 
(desgl. für 9/s, 12/s u. ä.) mit «Mitteluntergriff» (d. h. etwa 
so, wie man einen Schreibstift hält [zwischen Daumen, Zeige- und 
Mittelfinger, also wie beim Umleger], nur daß man den Taktstock 
etwa in der Mitte seiner Länge faßt); für 3/4-Takt endlich mit 
«Dritteluntergriff» (d. h. sowie vorher, nur so, daß die Griff¬ 
stelle etwa am Ende des oberen [d. h. dickeren] Drittels des Takt- 
1 Man beachte, daß für die Bezeichnung des ganzen Taktes stets der 
erste Schlag maßgebend ist: steigend nennen wir also z. B. jeden ganzen 
Takt, der mit dem Aufschlag beginnt, auch wenn diesem (wie selbstverständ¬ 
lich) ein (falltoniger) Niederschlag folgt. 
2 Der einzige prinzipielle Unterschied ist der, daß die Kurven für die 
niedrigsten Taktarten (wie 3/8 und 2/4) in eine einfache «Spitze» auslaufen, 
während die höheren Taktarten (wie 6/8, 3/4, 2/2, 4/4) statt dieser Spitze eine 
Uberschneidungsform zeigen, wie in der Tabelle angegeben.
        

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