Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Sirenen. Ein Beitrag zur Entwickelungsgeschichte der Akustik. Teil 3
Person:
Robel, Ernst
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39802/6/
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Soll nun eine Bewegung dargestellt werden, welche durch gleichzeitiges Anblasen beider 
Löcherreihen entweder von derselben oder von entgegengesetzten Seiten erzeugt wird, so hat man 
nur die den komponierenden Bewegungen entsprechenden Reihen zu addieren resp. zu subtrahieren, 
um die Reihe für die resultierende Bewegung zu erhalten. 
Seebeck wandte nun diese Reihen auf seine Sirenenversuche folgendermafsen an: 
1) Eine einzige Löcherreihe wurde angeblasen. Nach (A) müssen der Hauptton und alle 
Töne der harmonischen Oberreihe entstehen; deutlich gehört wurde nur der Hauptton, die har¬ 
monische Oberreihe sehr schwach, sowohl bei kleinen als bei grofsen Abständen der Löcher, d. h. 
sowohl bei weniger als auch bei mehr getrennten Eindrücken. Daraus folgt, dafs die Gröfsen «2, 
ora, «4 . . . sehr viel kleiner als a, sein müssen. 
2) Beide Löcherreihen wurden von derselben Seite her so angeblasen, dafs die Stöfse der 
einen mitten zwischen die Stöfse der anderen fielen. Man hat dann in (B) n = 1 zu setzen, diesen 
Ausdruck zu (A) zu addieren, und erhält dann für die resultierende Bewegung: 
(0 + F (t —(— 1) = 2 A0 —j— 2 «2 cos n —-- — j -f- 2 «4 cos tt ^---—2 ae cos n ^ —\ -f- . . 
In dieser Reihe fehlen alle ungeraden, veränderlichen Glieder; aber das konstante Glied, 
sowie die Intensitätsfaktoren aller übrigen Glieder sind verdoppelt: d. h. alle ungeraden Töne 
fallen weg und alle geraden sind verstärkt. Deutlich gehört wurde nun der erste Ton mit der 
2 
Schwingungszahl welcher dem Gliede mit dem Koeffizienten ‘lu., entspricht; alle übrigen 
Töne waren sehr schwach. Daraus folgt, dafs die Gröfsen «j, «6, a8 .... sehr viel kleiner als 
«2 sein müssen. Da nun nach der in Nr. 1 gezogenen Folgerung a,, weit kleiner als «4 ist, so 
2 
hätte jetzt der Ton — nur schwach gehört werden müssen, was aber nicht der Fall war. Blies 
nun Seebeck beide Löcherreihen so an, dafs die Stöfse nicht mehr abwechselten, sondern zu¬ 
sammenfielen, dafs also eine Bewegung von der Form 
2.F(t) = 2 Ao -j- 2a, cos n 
t — 
Ï 
-j- 20:2 cos n 
-j- 2 a3 cos n 
+ ... 
1 0 
erzeugt wurde, dann konnte er wohl deutlich den Grundton „ ., nicht aber den Beiton — wahr- 
21 21 
nehmen, der doch immerhin hätte so stark sein müssen, dafs er trotz aller Mangelhaftigkeit der
        

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