Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Philosophie des Unbewussten. Spekulative Resultate nach inductiv-naturwissenschaftlicher Methode. Dritte beträchtlich vermehrte Auflage
Person:
Hartmann, Eduard von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39782/787/
3. Die Vorstellung oder Idee. 
783 
wäre (wie wir dies an dem Glückseligkeitszwecke gesehen 
haben), also ist die absolute Zweckthätigkeit nur das Thun des 
sen, was ohne Widerspruch nicht unterlassen werden 
kann. Wenn also der Widerspruch die negative, so ist der 
Zweck die zweimal negative, d. h. positive Seite des Logischen. 
Die blosse Formalität des Logischen als solchen documentirt sich 
auch darin, dass es erst an dem Andern seiner selbst, dem Un¬ 
logischen, seiend werden kann. Nicht erst das Bezwecken setzt 
im Bezwecken ein mehr als bloss logisch - Ideales, nämlich ein 
Wollen des Zweckes voraus, sondern schon dasjenige, woraus 
die inhaltliche, rein logische Seite des BezWeckens entspringt, 
nämlich das in sich Widerspruchsvolle, welches im Zweck als 
logisch nicht sein sollend und aufzuhebend gesetzt wird, setzt 
das Vorhandensein eines Unlogischen neben dem Logischen vor¬ 
aus, welches in der Anerkennung des Widerspruchs nur als un¬ 
logisch (und zwar antilogisch) constatirt wird. So ist also die 
Idee als das rein Seiende primo loco ein blosses Formalprincip, 
das formal Logische, und erst die angewandte Welt-Logik, 
nämlich die Anwendung auf das Vorgefundene Antilogische er¬ 
füllt vermittelst dieser Bethätigung des Formalprincips behufs 
Aufhebung des in sich Widerspruchsvollen die Idee mit dem 
Inhalt des Zwecks, und damit implicite zugleich mit dem ganzen 
idealen Apparat der Mittel zu diesem Zweck (d. h. dem idealen 
Inhalt der Welt in allen Stadien ihres Processes). 
Dieses logisch Positive, den absoluten Zweck, meint Plato 
jedenfalls mit seiner Idee des Guten. Wir vereinigen aber lieber 
positive und negative Seite im Begriffe des Logischen. Dieses 
ist im Wesentlichen identisch mit der absoluten Idee Hegel’s, 
denn diese ist weiter nichts, als dasjenige, wozu der allerärmste 
Begriff des reinen Seins sich vermöge seines immanenten logi¬ 
schen Formalprincipes im Fortschritte der Entwickelung selbst be¬ 
stimmt hat, nur dass man in dem Worte „absolute Idee“ ein 
leeres Zeichen hat, welches sich erst erfüllt, wenn man die ganze 
Entwickelung durchgemacht hat, während das „Logische“ jedem 
erkennbar das formale Moment der Selbstbestimmung im idealen 
ausserzeitlichen Processe bezeichnet. 
Der Process in der an sich seienden Idee ist, wie Hegel 
selbst sagt, ein ewiger, d. h. ausserzeitlicher, mithin ist 
er auch eigentlich wieder kein Process, sondern ein ewiges Re¬ 
sultat, ein in-Eins-sein aller sich gegenseitig bestimmenden Mo¬ 
mente von Ewigkeit zu Ewigkeit, und dieses in-Eins sein der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.