Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Philosophie des Unbewussten. Spekulative Resultate nach inductiv-naturwissenschaftlicher Methode. Dritte beträchtlich vermehrte Auflage
Person:
Hartmann, Eduard von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39782/49/
Wie kommen wir zur Annahme von Zwecken in der Natur? 45 
Antwort: weil die Fortpflanzung gewollt wird; diese, weil das 
längere Bestehen der Gattung trotz des kurzen Lebens der Indi¬ 
viduen gewollt wird, und hiermit haben wir ein Motiv, das uns 
vorläufig befriedigen kann. Wir werden demnach zu der An¬ 
nahme berechtigt sein, dass das Wollen der Entwickelung des 
jungen Vogels, die (gleichviel, ob directe oder indirecte) Ursache 
zum Wollen des Bebrtitens ist, d. h. dass ersteres durch das 
Mittel des Bebrtitens bezweckt sei. (Hier handelt es sich nicht 
darum, ob dieser Zweck dem Vogel bewusst ist oder nicht, ob¬ 
wohl dies bei einem einsam erzogenen jungen Vogel unmöglich 
angenommen werden kann, denn woher sollte er die bewusste 
Kenntniss der Wirkung des Bebrtitens erhalten haben?) Freilich 
bleibt immer noch die Möglichkeit übrig, dass eine geistige 
Ursache dem Vorgang M zu Grunde liege, ohne dass dieselbe 
durch das Wollen von Z motivirt sei, mithin wird die Wahr¬ 
scheinlichkeit, dass Z bezweckt ist, ein Product sein aus der 
Wahrscheinlichkeit, dass M eine geistige Ursache habe ( 1 — 
x 
und aus der, dass diese geistige Ursache das Z-wollen zur Ur¬ 
sache habe —; das Product fl — 
y \ 
i 
X 
1 
muss aber natürlich 
y 
kleiner sein, als jeder der Factoren, da jede Wahrscheinlichkeit 
kleiner als I ist. Auch hier kann die Wahrscheinlichkeit erheblich 
vergrössert werden, wenn man die einzelnen Bedingungen (Px, 
p P3? P4) betrachtet, aus denen M sich gewöhnlich zusammen¬ 
setzt, Die Wahrscheinlichkeit, dass Z durch Px bezweckt sei, 
/ 
ist nach obigem 1 
1 \ 1 1 
— wenn —, die Wahrscheinlichkeit ist, 
2h > 
    

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