Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Clavierstimmens sowie Erfahrungen und Ansichten bezüglich Clavierhandel und Clavierbau
Person:
Kuhn-Kelly, J.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39778/17/
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es gefälligst her, und dann sollen Sie sieh überzeu¬ 
gen, wie weit dies richtig ist“, lautet unsere stereo¬ 
type Antwort; aber es hat noch nie Einer etwas davon 
wissen wollen. Sobald aber sein gekauftes Instrument in 
seinem Hause steht, ist es mit der Vorzüglichkeit des 
Bewussten in der Regel aus und vorbei. 
Vergleichen ist also für Fabrikant und Händler von 
ausserordentlicher Wichtigkeit und hierin kann Einer, der 
einiges Verständniss besitzt, wahres Interesse, Freude und 
gute Augen hat, ohne selbst vollendeter Techniker zu sein, 
ganz interessante Beobachtungen und Studien machen, über 
welche wir uns nun ein wenig verbreiten wollen, ohne da¬ 
bei die Ansicht zu haben, als wären unsere Anschauungen 
die allein maassgebenden. Davon sind wir sehr weit ent¬ 
fernt, und es soll uns nur angenehm sein, wenn wir diese 
oder jene competentere Feder in Bewegung zu setzen ver¬ 
mögen, die uns eines Besseren belehrt. 
Es kann sich hierbei selbstverständlich nicht um den 
ganzen Bau des Instrumentes handeln, da ein genaues Prü¬ 
fen aller Theile und Arbeiten beim fertigen Piano aus dem 
Grunde unmöglich ist, weil Manches daran verdeckt ist und 
bleibt und nur durch Wiederzerstören einer genauen Beur- 
theilnng unterstellt werden könnte. So barbarisch wollen 
wir nicht sein uud gerne voraussetzen, dass z. B. der Rasten, 
die Seitenwände, der Claviaturboden, der Stimmstock, der 
Piesonauzboden, Rahmen, Fouvniere etc. etc. nach den all¬ 
gemeinen Regeln der Pianofortebaukunst von durchaus 
gutem Material hergestellt seien. Ganz offen gestanden 
würden wir uns auch nicht für competent genug erachten, 
dies richtig beurtheilen zu können. 
Unsere Untersuchungen werden daher vorzugsweise auf 
die Mechanik in allen Theilen und deren Egalisation, über¬ 
haupt auf diejenigen Bestandtheile des Instrumentes ge¬ 
richtet sein, die ein einlässliches Prüfen auch dem Nicht¬ 
fabrikanten gestatten. Auch haben wir dabei das ver¬ 
breitetste aller Claviere, nämlich das „Pianino“ im Auge. 
Ob z. B. der Stimmstock mit einer Messing- oder 
Nickelplatte geziert sei, oder ob der Eisenrahmen denselben 
bedecke, ist ohne grossen Belang; die Hauptsache ist, dass er 
gut halte, die Stimmwirbel fest sitzen und es auch blei-
        

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