Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Kunst des Klavierstimmens sowie das Klavier und seine Behandlung
Person:
Anonymous
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39777/7/
Kurze Geschichte des Klaviers. 
Mit dem Namen »Klavier« bezeichnet man gewöhnlich 
alle Saiteninstrumente, welche mittelst Tasten (claves) zum 
Tönen gebracht werden. Man unterscheidet das tafelförmige 
und aulrechtstehende Klavier und den Flügel. Für alle 
Formen gebraucht man heute kurzweg den gemeinsamen 
Namen »Klavier«, dieses in der Jetztzeit verbreitetsten In¬ 
strumentes. Man nennt es auch wohl »Fortepiano« und 
»Pianoforte«. Der Name »Klavier« war schon die Bezeich¬ 
nung des ältesten Instrumentes dieser Art. Im dreizehnten 
Jahrhundert ist das Klavier bereits bekannt gewesen, wenn 
auch nur in der allerdürftigsten Form. Es bestand aus 
einem dreieckigen oder länglich viereckigen Kasten, nebst 
Resonanzboden, über welchen dünne Messingsaiten ausge¬ 
spannt waren, die aber nicht, wie bei unsern jetzigen 
Klavieren durch Hammeranschlag, sondern durch Stifte oder 
Stückchen von Federkielen, welche auf dem hinteren Ende 
der Tasten befestigt waren, zum Tönen gebracht wurden. 
Die ersten Klaviere hatten nur einen Umfang von 22 bis 
24 Tönen. Im Jahre 1511 reichte das Klavier von F bis zum 
zweigestrichenen g und hatte schon die chromatische Ton¬ 
leiter aufzuweisen. 1619 umfasste es die Töne von c bis 
zum dreigestrichenen c und am Schlüsse des achtzehnten 
Jahrhunderts begann die Tastenreihe mit Kontra f und endigte 
mit dem dreigestrichenen f, umfasste also volle fünf Oktaven. 
Zu Beethovens Zeit hatte das Klavier einen Umfang 
von Kontra e bis zum viergestrichenen f. Die Klaviere der 
Neuzeit haben einen Tonumfang von Doppelkontra-a bis zum 
fünfgestrichenen a (manche sogar schon bis c), also volle 
sieben Oktaven. Das ist der ganze Orchester-Umfang. 
Schon im siebenzehnten Jahrhundert war das Klavier das 
Lieblingsinstrument aller Musikfreunde und Komponisten. 
Es wurde vorhin gesagt, dass man die Saiten der ersten 
Klaviere durch Stifte oder Stückchen von Federkielen zum 
Tönen brachte. Trotzdem der auf diese Weise hervor¬ 
gebrachte Ton sehr zart und angenehm erklang, so war er 
doch nur dünn und schwach und man trachtete bald darnach, 
einen volleren und stärkeren Ton zu erzeugen. Dies gelang 
zuerst dem Instrumentenmacher Bartolo Cristofali in Florenz.
        

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