Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einführung in die Musikwissenschaft auf physikalischer, physiologischer und psychologischer Grundlage
Person:
Schaefer, Karl L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39762/88/
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niedergedrückt wird, so wird bereits, trotzdem man im musikalischen 
Sprachgebrauch in diesem Falle von einem »Tone« zu reden pflegt, 
in Wirklichkeit ein Klang erzeugt, bestehend aus dem Grundtone 
und diversen Obertönen. Insofern Grundton und Obertöne die Kom¬ 
ponenten dieses Klanges sind, werden sie auch als dessen Teiltöne 
(Partialtöne, Aliquottöne) bezeichnet. 
Das eben von der Klaviertaste Gesagte gilt übrigens ganz allge¬ 
mein. Auf keinem musikalischen Instrument kann man eine einzelne 
Note so spielen, daß nur der Grundton oder ein isolierter Oberton, 
mit anderen Worten ein nicht zusammengesetzter, sogenannter ein¬ 
facher Ton erklingt. Stets bildet sich vielmehr eine größere oder 
geringere Anzahl einander superponierter pendelförmiger Schwingungs¬ 
vorgänge von verschiedener Frequenz (Schwingungszahl), deren jedem 
ein einfacher Ton und deren Summe ein Klang, zumeist aus dem 
Grundtone und seinen nächst höheren harmonischen Obertönen be¬ 
stehend, entspricht. Bei dieser fundamentalen Wichtigkeit der Be¬ 
ziehungen zwischen Grund- und Obertönen ist es vielleicht nützlich, 
dieselben durch folgendes Schema übersichtlich zu veranschaulichen. 
Teiltöne 
Schwingungs¬ 
zahl 
Tonhöhe 
Grundton = 1. Partialton 
n 
Grundton 
1. Oberton = 2. Partialton 
2 n 
Oktave des Grundtones 
2. Oberton = 3. Partialton 
3 n 
Duodezime des Grundtones 
3. Oberton = 4. Partialton 
4 n 
Doppeloktave des Grundtones 
4. Oberton = S. Partialton 
5 n 
Terz der Doppeloktave 
5. Oberton = 6. Partialton 
6 n 
Quinte der Doppeloktave 
6. Oberton = 7. Partialton 
7 n 
Natürliche Septime der Doppel- 
usw. 
USW. 
oktave usw. 
Das folgende Notenbeispiel stellt uns einen beliebig gewählten 
Grundton mit seinen neun ersten harmonischen Obertönen dar; die 
Zahlen unter den Linien sind die Ordnungszahlen der Partialtöne 
dieses Klanges und geben zugleich an, wie viel mal die Schwingungs¬ 
zahl eines jeden Obertones größer als die des Grundtones ist. 
$- 
bp»- ji~ 
1 2 
34 567 89 10 
Fig. 29.
        

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